Blick auf das Sozial-Quartier an der Bundesstraße 1: Vorn rechts das Marienheim. Auf dem Grün oberhalb soll ein neues Seniorenwohnheim entstehen. Weiter oben ist das Mutterhaus der Franziskanerinnen mit seiner Senioreneinrichtung St. Clara zu sehen. Auf der linken Seite befindet sich das betreute Wohnen im Lindenhof (Dingel-Padberg), darüber das Schwesternwohnheim mit der Krankenschwesternschule, an die sich nach links das Clara-Pfänder-Haus anschließt. - © Jens Reddeker
Blick auf das Sozial-Quartier an der Bundesstraße 1: Vorn rechts das Marienheim. Auf dem Grün oberhalb soll ein neues Seniorenwohnheim entstehen. Weiter oben ist das Mutterhaus der Franziskanerinnen mit seiner Senioreneinrichtung St. Clara zu sehen. Auf der linken Seite befindet sich das betreute Wohnen im Lindenhof (Dingel-Padberg), darüber das Schwesternwohnheim mit der Krankenschwesternschule, an die sich nach links das Clara-Pfänder-Haus anschließt. | © Jens Reddeker

Salzkotten/Büren Am Mutterhaus der Franziskanerinnen wird neu gebaut

Bürener Caritas setzt Senioren-Akzent in Salzkotten: Am Mutterhaus der Franziskanerinnen wird neu gebaut und modernisiert. Konflikt mit Paderborn mit Kauf durch Dritten umgangen

Karl Finke

Salzkotten/Büren. Im Zusammenwirken mit dem Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten wird links und rechts der Bundesstraße 1 ein Quartier mit differenzierten Wohn- und Versorgungsangeboten entstehen. Um Konflikte mit dem Caritasverband Paderborn zu vermeiden, nimmt der federführende Caritas-Verband im Dekanat Büren den Verein katholische Altenhilfe als zukünftigen Gesellschafter (Eigentümer) des Marienheims und des hier geplanten Neubaus an seine Seite. Die aktualisierten Pläne (die NW berichtete bereits) stellte am Donnerstagabend im Sozialausschuss des Salzkottener Stadtrates die Vernerin Stephanie Neumann als Caritas-Fachbereichsleiterin Stationäre Dienste vor. Anders als zunächst geplant will die Bürener Caritas Kranken- und Altenhilfe GmbH bereits zum 1. April nur Betreiber des Marienheims und des (Ersatz)-Neubaus (75 Plätze) direkt neben dieser Senioreneinrichtung werden. Das neue Gebäude soll schon 2018 bezugswertig werden. Ob das heutige Marienheim dann weiter bestehen wird oder die Plätze in den Neubau einfließen, ist laut Neumann noch offen. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite will die Caritas 2018 das auslaufende Schwesternwohnheim und das Clara-Pfänder-Haus kaufen. Letzteres entspreche nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen an eine Senioren-Einrichtung, so Neumann. Im hinteren Bereich des Schwesternwohnheims läuft die Krankenpflegeschule mit der geplanten Zentralisierung in Paderborn aus. Die Pläne für die Neugestaltung dieses Bereichs sehen 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen, Ein-Zimmer-Appartments und Wohngemeinschaften vor. Hier wolle die Caritas möglicherweise Partner als Eigentümer der Wohnungen einbinden. Vermietet werden sollen die Wohnformen "auch an jüngere Generationen", so Neumann. Das Betreiber-Konzept der Caritas sieht individuell wählbare Angebote "vor Pflege und Betreuung", so Neumann - keine Pauschalen. Dazu zählen das Angebot eines Mittagstisches und Haushaltshilfen. Am 1. Mai wird die Bürener Caritas auch Träger der Salzkottener Sozialstation St. Franziskus. Für die Tagespflege sind zweimal 15 Plätze geplant. Auch Pflege- und Betreuungsangebote sollen "passend wählbar" werden, so Neumann. Sie nannte die Konzeption "ein kreisweit einmaliges Projekt". Aus den Reihen der Ausschussmitglieder wurde das Engagement der Caritas sowohl überwiegend begrüßt als auch kritisch hinterfragt. Die Wohnungen wären "für Familien zu klein", merkte Petra Hundt (Grüne) an. Paul-Heinz Weitkamp (Linke) prognostizierte eine Belegung des Quartiers "zu 95 Prozent durch Alte", sprach den Angeboten aber auch Verbesserungen zu. "Wir sind froh, dass die Caritas Immobilien, die nicht mehr dem Standard entsprechen, weiterentwickeln will", stellte sich Bürgermeister Ulrich Berger hinter das Konzept. Der Ausschuss-Vorsitzende Norbert Menke nannte diese Entwicklung "eine spannende Geschichte". Der Niederntudorfer CDU-Ratsherr Heinrich Niggemeier fragte nach einer eventuellen Verlagerung des Hauptsitzes der Caritas von Büren nach Salzkotten. "Ja, man hat vor zwei, drei Jahren darüber nachgedacht", antworte Neumann: "Doch die Verhandlungen in Salzkotten dauerten so lange, dass wir in Büren handeln mussten und dort für unsere Geschäftsstelle ein Baugrundstück erworben haben (die NW berichtete)."

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