Noch eine große Ackerfläche neben dem Industriegebiet West: Am so genannten Hellweg, wo der Kreisel in Richtung Büren (links oben), Paderborn (links) und Steinhausen (unten) sowie Rüthen (rechts) leitet, will der Stadtrat die Planungen der Fläche Richtung Funkturm beschließen. - © Jens Reddeker
Noch eine große Ackerfläche neben dem Industriegebiet West: Am so genannten Hellweg, wo der Kreisel in Richtung Büren (links oben), Paderborn (links) und Steinhausen (unten) sowie Rüthen (rechts) leitet, will der Stadtrat die Planungen der Fläche Richtung Funkturm beschließen. | © Jens Reddeker

Büren Großunternehmen Chefs Culinar will sich in Büren ansiedeln

Heute tagt der Stadtrat: Hinter verschlossenen Türen 
soll der Weg für viele neue Arbeitsplätze frei gemacht werden

Karl Finke

Büren. Der Stadt Büren gelingt offenbar die Ansiedlung eines deutschlandweit und international tätigen Großunternehmens der Lebensmittel-Branche. In einer nicht öffentlichen Sitzung will der Stadtrat am heutigen Donnerstag ab 18.30 Uhr die Planungen für eine Erweiterung des Industriegebiets West um etwa 70.000 Quadratmeter (sieben Hektar) beschließen. Die Fläche am Kreisverkehr oben auf dem Kapellenberg ist bestes Bürener Ackerland. Im Regionalplan ist sie bereits durch den früheren Bauamtsleiter Peter Pollmann für weitere Industrieansiedlung reserviert worden. Die Verhandlungen waren jedoch lange Jahre nicht von Erfolg gekrönt. Die Industrie-Reserve behinderte zugleich Alternativplanungen. Auf Anfrage der Neuen Westfälischen bestätigte der Eigentümer der Flächen, dass er sich zum Verkauf direkt an das interessierte Unternehmen durchgerungen habe. Beim Käufer handelt es sich um Chefs Culinar mit Hauptsitz in Kiel. Dirk Lütje, einer der Geschäftsführer, bestätigte der NW das Vorhaben und verwies an einer Tochtergesellschaft: "Ich bin in das Projekt nur global eingebunden." Der Geschäftsführer von Chefs Culinar West (Weeze) war gestern Nachmittag telefonisch nicht mehr zu erreichen. Das Unternehmen soll laut Lebensmittelzeitung die deutsche Nummer zwei der Lebensmittellieferanten für Gemeinschaftseinrichtungen sein. Chefs Culinar beliefert den Großhandel, Großküchen und die Gastronomie ebenso wie Kliniken, Schulen und weitere Betriebe. Und zwar mit dem kompletten Sortiment von Hart- über Tiefkühl- bis Frischwaren. Weiterhin stellt das Unternehmen seinen Kunden Geräte, Computer-Software und Beratung zur Verfügung. Das Familienunternehmen verfügt über acht Niederlassungen in Deutschland In Deutschland verfügt das Familienunternehmen über acht Niederlassungen. Die Märkische Allgemeine berichtet im Zusammenhang mit einer Neuansiedlung von Chefs Culinar am Südring von Berlin über 30.000 Produkte des Unternehmens, 33.000 Kunden und einen geschätzten Jahresumsatz in Höhe von zwei Milliarden Euro. Im Berliner Speckgürtel errichtet die Firma gerade auf 15 Hektar einen neuen Standort für 70 Millionen Euro. Dort sollen 450 Arbeitsplätze entstehen. Obwohl der Bürener Stadtrat bereits in der vergangenen Woche zu einer öffentlichen und einer nicht öffentlichen Sitzung zusammen gekommen war, hat Bürgermeister Burkhard Schwuchow die Stadtvertreter kurzfristig zu einer erneuten nicht öffentlichen Sitzung für den heutigen Donnerstagabend eingeladen. Auf der Tagesordnung steht die "Übernahme einer Ankaufsoption zu einer landwirtschaftlichen Fläche im Industriegebiet Büren-West". Der Bodenrichtwert für das Industriegebiet-West wird im Internetportal Boris NRW mit 21 Euro pro Quadratmeter angegeben. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Kaufpreis, den der Grundstückseigentümer erzielt, weitaus höher liegen wird. Es könnten 200 neue Arbeitsplätze entstehen Die Stadt Büren will offenbar die Erschließung des Areals für das Unternehmen Chefs Culinar übernehmen. Das Kieler Unternehmen könnte in Büren möglicherweise etwa 200 Arbeitsplätze entstehen lassen. Eine ähnliche Wirtschaftsförderung hatte die Stadt Büren bereits vor etwa zwei Jahren im Gewerbepark am Flughafen Paderborn/Lippstadt betrieben. Sie erwarb dort ein Grundstück und verkaufte es zu einem niedrigeren Preis an das expandierende Unternehmen CP Autosport. Damit wurden rund 200 Arbeitsplätze im Stadtgebiet gesichert. Diese Wirtschaftsförderung soll mehrere hunderttausend Euro betragen haben. Die Erschließungskosten am Kapellenberg dürften höher ausfallen. Über eine mögliche Zufahrt zum Unternehmen ist im Bauausschuss der Stadt bereits gesprochen worden. Im Protokoll der Sitzung wird auf die Frage eines CDU-Ratsherrn der Bürener Rathaus-Chef Schwuchow wie folgt wiedergegeben: "Der Bürgermeister ergänzt, dass ein Anschluss an den Kapellenberg wahrscheinlicher sei als an den Autobahnzubringer."

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