Hier könnte ein neuer Kindergarten entstehen: Der mögliche Neubau wird von den Anliegern der Bürener Ringstraße (oben) und am Spielenweg (rechts nicht mehr im Bild) abgelehnt. - © Herbert Simon
Hier könnte ein neuer Kindergarten entstehen: Der mögliche Neubau wird von den Anliegern der Bürener Ringstraße (oben) und am Spielenweg (rechts nicht mehr im Bild) abgelehnt. | © Herbert Simon

Büren Anwohner in Büren von Stadt enttäuscht

Dialog: Gegner einer möglichen neuen Kita in der Bürener Afteaue vermissen nach einem Gespräch im Rathaus konkrete Vorschläge der Stadtverwaltung

Jens Reddeker

Büren. In Büren wehren sich Anwohner von Spielenweg und Ringstraße weiter gegen einen möglichen Kita-Standort in der Afteaue (die NW berichtete). Ihre Argumente - unter anderem monieren sie regelmäßigen Kinderlärm - haben sie nun Vertretern der Stadtverwaltung mitgeteilt. Anwohner-Sprecher Martin Wördenweber (60) war nach Ende des Gesprächs jedoch mit dessen Verlauf nicht zufrieden: "Es hat nicht viel gebracht. Wir hätten uns gewünscht, mehr in die Standortfindung einbezogen zu werden." Neben Wördenweber nahmen am Gespräch am 6. März im Rathaus auch Gundula Menne, Alexandra Michels, Wolfgang Junker und Manfred Schäfers teil. Es kam zu einem rund einstündigen Dialog mit Marita Krause, der Allgemeinen Vertreterin des Bürgermeisters, mit Matthias Seipel, Fachbereichsleiter im Rathaus und mit Stadtsprecherin Marianne Witt-Stuhr. Aus der Sicht von Wördenweber tauschten beide Seiten ihre Positionen zwar aus, eine Annäherung habe es nicht gegeben: "Es war für uns eher eine 'Beruhigungspille' und wohl eher der Versuch, etwas Dampf aus dem Kessel abzulassen. Eine konstruktive Zusammenarbeit zur Suche eines geeigneten Standorts haben die Vertreter der Stadt abgelehnt." In einer Mitteilung von Sprecherin Witt-Stuhr klingt das Fazit so: "Das gemeinsame Gespräch verlief hierzu grundsätzlich konstruktiv." Für Büren haben laut Stadt das LWL-Landesjugendamt und das Jugendamt des Kreises zur Belegsituation im Kindergartenjahr 2016/2017 festgestellt, dass aktuell 65 Kitaplätze in der Kernstadt fehlen. Angesichts von "Wartelisten und der Überbelegung in den vorhandenen Gruppen" sieht Sprecherin Witt-Stuhr "dringenden Handlungsbedarf" in der Stadt. In einer Veröffentlichung argumentieren die Anwohner von Spielenweg und Ringstraße hingegen mit rückläufigen Geburtenzahlen - und stellen den zukünftigen Bedarf in Frage. Vor allem sehen sie in der Afteaue den falschen Standort. Zusätzlich zur herrschenden Verkehrsbelastung käme der Lärm durch spielende Kita-Kinder. Dadurch ließe sich beispielsweise nicht mehr konzentriert auf der Terrasse oder bei offenem Fenster arbeiten, führt Wördenweber, FH-Professor für Wirtschaftswissenschaften in Bielefeld, an. Alternative Standorte für die Gegner der Afteaue-Lösung sind die frei werdende Almeschule (schon jetzt Kita-Außenstelle), Kapazitäten im privaten Brückenhof (Brenkener Straße) oder ein Gelände am Ende des Spielenwegs. Aus dem Rathaus heißt es in einer Erklärung: "Zurzeit werden verschiedene Alternativen oder mögliche Standorte geprüft. Die Stadt Büren ist offen für neue Konzepte, daher laden wir die Bürger ein, sich hier auch weiterhin einzubringen." Fest steht: Unter dem Arbeitstitel "Aftebogen" hat die Stadt bereits Finanzmittel für Erschließungszwecke einer neuen Kita in den Haushaltsplan 2018 eingebracht und das Deutsche Rote Kreuz hat den Zuschlag für den Betrieb der Einrichtung erhalten. Stadtsprecherin Witt-Stuhr sagt abschließend: "Mit den Anwohnern aus dem Spielenweg und der Ringstraße bleiben wir zu diesem Thema gern weiterhin im Gespräch." Anwohner-Vertreter Wördenweber bilanziert: "Uns ist gesagt worden, dass wir die vier Termine der Bauausschusssitzungen verfolgen sollen - und wir dann erfahren, wann das Kita-Thema auf der Tagesordnung steht."

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