Lieber Hand in Hand als womöglich hinfallen: In Schlittschuhen und kompletter Winterkleidung inclusive Helm und Brille die sportlichen Talente Lina (l.) und Lucy. Wer wollte, konnte sich einen rollenden Kinder-Einkaufswagen als Stütze greifen. - © Karl Finke
Lieber Hand in Hand als womöglich hinfallen: In Schlittschuhen und kompletter Winterkleidung inclusive Helm und Brille die sportlichen Talente Lina (l.) und Lucy. Wer wollte, konnte sich einen rollenden Kinder-Einkaufswagen als Stütze greifen. | © Karl Finke

Büren Wintervergnügen auf Eis im Bürener „HaWei“

Auf einem Tennisfeld kreisen Kufen-Läufer, rutschten Scheiben über die glatte Fläche und trifft der Puck ins Hockeytor

Karl Finke

Büren-Harth/Weiberg. Schneeflocken verzauberten das Mummental und Menschen schnürten Schlittschuhe, wo im Sommer Tennisschläger geschwungen werden. Zwischen Harth und Weiberg, unterhalb vom Freibad "HaWei", lockte am Samstagnachmittag ein seltenes winterlichen Vergnügen. Vier Tage und Nächte mit Minustemperaturen um zehn Grad Celsius hatte es gedauert, bis über der roten Asche eine 5-10 Zentimeter dicke Eisfläche gefroren war - so Michael Luckey von der Tennisgemeinschaft Harth-Weiberg. Nach 2012 und 2013 hatten die Sportler ihre Holzbalken wieder im Rechteck über eine Riesenfolie gelegt und mit Hilfe der Feuerwehr Tausende Liter Wasser aus dem nahen Mummenbach zum Erfrieren geleitet. Sportliches Talent Lina und Lucy, beide, beide 12 Jahre, ritzen als zwei der Ersten mit ihren Kufen Kurven in den knallharten Bodenbelag und zeigen auch unabhängig von ihrer tadellosen Ausrüstung sportliches Talent. Letztere ließ die Schlittschuhe, von der Mutter der Freundin, immerhin zum ersten Mal gleiten. Auf Kufen finden auch schon Kindergartenkinder Spaß - besonders hinter zwei stählernen kleinen Einkaufswagen. Karl Nolte aus Paderborn-Dahl liebt den Sport draußen - sommertags mit dem Tennisschläger im Heimatort und nun bei einem spontanen Ausflug ins winterliche "HaWei". Seine Frau Sylvia dreht ihre Runden in traditionellen Eiskunstlaufschuhen. Als Kind lief sie auf dem Habichtsee, zuletzt auf den Eisbahnen in Beverungen und Soest. Ihr Mann hat das Eisstockschießen entdeckt. "Vor 20 Jahren haben wir Backsteine geschoben", erinnert er sich. In Paderborn gab es vor Jahren eine richtige Meisterschaft. Zuletzt traf er sich mit Freunden an einem Naturteich für diesen Spaß. Salz auf der Eisfläche verstreut Die Tennisfreunde Harth-Weiberg haben sich ihre Eisstöcke handwerklich selbst hergestellt. Ein Mannschaftswettbewerb kommt an diesem Nachmittag nicht zustande. Auch kein Eishockeyspiel. "In Hochburgen wie Krefeld soll es einen Boom geben", weiß Vorstandsmitglied Meinolf Dalhhoff mit Hinweis auf die deutsche Silbermedaille bei den Olympischen Spielen. Wer draußen kalte Füße bekommen hat, kann sich im Vereinsheim mit oder ohne Glühwein oder Punsch aufwärmen. Im Vereinsvorstand ärgern sie sich über einen Sabotageaktion. Unbekannte Täter hatten nachts über die Mitte der Eisfläche größere Mengen Salz verstreut und damit Fahrten über die gesamte Fläche unmöglich gemacht. Wenn es wärmer wird werden die "HaWeianer" das auftauende Wasser abfließen lassen.

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