Mahnung gegen die Verharmlosung des Rechtsradikalismus: (v. l.) Kirsten John-Stucke, Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg, Autor und Illustrator Nils Oskamp, und Vinzenz Heggen, stellvertetender Landrat, bei der Ausstellungseröffnung. - © KREISMUSEUM WEWELSBURG
Mahnung gegen die Verharmlosung des Rechtsradikalismus: (v. l.) Kirsten John-Stucke, Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg, Autor und Illustrator Nils Oskamp, und Vinzenz Heggen, stellvertetender Landrat, bei der Ausstellungseröffnung. | © KREISMUSEUM WEWELSBURG

Büren Wewelsburg präsentiert Zeichnungen gegen Neonazis

Sonderausstellung: Originale aus der Graphic Novel „Drei Steine“ 
zeigen den Kampf eines Dortmunders gegen die rechtsradikale Szene

Kreis Paderborn. Nils Oskamp hat Anfang der 80er Jahre üble Erfahrungen gemacht mit der Neonazi-Szene in Dortmund-Dorstfeld. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit durch den Niedergang von Kohle und Stahl hatten die Neonazis leichtes Spiel, sagt Oskamp. Als ein Mitschüler den Holocaust verleugnet und weitere Nazi-Parolen propagiert, lehnt sich der heutige Autor und Illustrator dagegen auf und sagt ihm und seinen Mitschülern klar seine Meinung. Dadurch macht er sich zur Zielscheibe der Rechtsradikalen. Später hat er sich seine Erlebnisse von der Seele gezeichnet. Entstanden ist daraus die Graphic Novel „Drei Steine", in der Oskamp von seinem Kampf ums nackte Überleben berichtet. Originalseiten, Studien, Storyboards und Videoclips des Künstlers werden in einer Ausstellung gezeigt, die noch bis zum 29. April im Sonderausstellungsraum der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg zu sehen ist. Der Zugang zur Ausstellung „Drei Steine" erfolgt durch die Gedenkstätte. Der Eintritt ist frei. „Drei Steine" sei „ein beeindruckendes und mahnendes Werk gegen die Verharmlosung des Rechtsradikalismus", sagt der stellvertretende Landrat Vinzenz Heggen, bei der Eröffnung. "Die Spirale der Gewalt eskaliert" Nils Oskamp zeigt in seinen Bildern, wie Lehrer und Polizei die Bedrohung seinerzeit nicht ernst nehmen und auch die Familie die Gefahr nicht erkennt. Mehrfach wird er von Neonazis krankenhausreif geschlagen. Die Spirale der Gewalt eskaliert und gipfelt in zwei Mordanschlägen. Die jugendlichen Schläger der Neonazis wurden von „Alten Kameraden" angeworben und indoktriniert. „Die damals etablierten Seilschaften sind weiterhin aktiv und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, heute noch Schlagzeilen", sagt Oskamp. „Dem Kreis Paderborn ist es seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen, sich in Wewelsburg aufgrund seiner historischen Bedeutung mit der NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen und ein wachsames Auge gegen rechtsextreme Tendenzen zu haben", betont Kirsten John-Stucke, Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg. Nils Oskamp wuchs in Dortmund auf und studierte im Ruhrgebiet Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. In Hamburg absolvierte er erfolgreich ein Trickfilmstudium und arbeitet dort als Illustrator für Werbung und Zeitschriften. Mit der Arbeit an „Drei Steine" begann er vor ein paar Jahren als Gastkünstler in der französischen Comic-Hauptstadt Angoulême.

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