Möglicher Standort für einen neuen Kindergarten: Ein Neubau in der Almeaue wird von den Anliegern der Bürener Ringstraße (oben) und am Spielenweg (rechts nicht mehr im Bild) abgelehnt. Sie befürchten eine Lärmbelastung. Die Wiese wird zum Teil noch bewirtschaftet. - © Herbert Simon
Möglicher Standort für einen neuen Kindergarten: Ein Neubau in der Almeaue wird von den Anliegern der Bürener Ringstraße (oben) und am Spielenweg (rechts nicht mehr im Bild) abgelehnt. Sie befürchten eine Lärmbelastung. Die Wiese wird zum Teil noch bewirtschaftet. | © Herbert Simon

Büren Anwohner gegen Kita in Afteaue

Bürener Spielenweg und Ringstraße: Der Standort wird von der Stadtverwaltung befürwortet, und zwei Grundstückseigentümer würden Flächen verkaufen. Eine Entscheidung ist offiziell noch nicht gefallen

Karl Finke

Büren. Für den Bau eines neuen Kindergartens der Stadt Büren ist die Afteaue an der Ecke Spielenweg/Ringstraße ein anvisierter Standort. Dagegen haben sich jetzt fast 30 Anwohner mit ihren Unterschriften ausgesprochen. Für die neue Einrichtung unter dem Arbeitstitel "Aftebogen" hat die Stadt bereits finanzielle Mittel in ihren Haushaltsplan 2018 eingestellt (die NW berichtete). In Gesprächen mit den beiden dortigen Grundstückseigentümern haben diese der Stadtverwaltung ihre Bereitschaft zum Verkauf bekundet. Das größte Grundstück gehört nach Informationen der NW einer Erbengemeinschaft. Ein älteres Familienmitglied verfügt hier allerdings noch über ein Nutzungsrecht. Ein älterer Herr hält in dem Bereich Hühner. Die Anwohner trafen sich am Freitag zu einer Beratung der Thematik. "Alle Teilnehmer haben sich vehement und einstimmig gegen das geplante Vorhaben ausgesprochen", so Martin Wördenweber (60) aus dem Spielenweg, im Beruf Professor der Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Bielefeld im Gespräch mit der NW. Seinem Wissen zufolge seien nur die potenziellen Grundstückseigentümer für ein solches Vorhaben. Die übrigen Anwohner führen gegen ein derartiges Neubauprojekt in der heute "grünen Lunge" Almeaue eine Lärmbelastung durch Kinder ins Feld. "Alle haben wunderschöne Balkonanlagen geschaffen", so Wördenweber. Er verweist auch auf eine heute schon hohe Verkehrsbelastung im Bereich Spielenweg/Ringstraße. Sollte eine neue Einrichtung erforderlich sein, halten die Anlieger andere Standorte für geeigneter. "Ein Umbau ist preisgünstiger als ein Neubau" Zum Beispiel die frei werdende Almeschule (läuft aus), wo im Sommer bereits eine Kindergartengruppe eingerichtet worden ist. "Ein Umbau ist wesentlich preisgünstiger als ein Neubau", argumentiert Wördenweber. Die Anwohner verweisen weiterhin auf den neuen privaten Kindergarten Brückenhof an der Brenkener Straße, der schon gut angenommen werde und sich vergrößern wolle. Ein Alternative für weitere Räumlichkeiten könnte aus ihrer Sicht auch die leer stehende Villa Eickhoffer Straße 1 sein. Oder ein Neubau am oberen Spielenweg (Stadtrand). "Bedauerlicherweise wurden die betroffenen Bürger (wieder einmal?) bei der Standortsuche nicht beteiligt", so Wördenweber. "Die Stadt Büren macht nichts über die Köpfe der Bürger hinweg", entgegnet Matthias Seipel, Fachbereichsleiter im Rathaus, auf Anfrage der NW. Die Kommunikation wäre allerdings "nicht ganz optimal" gelaufen. Nach der Bedarfsberechnung durch den Kreis Paderborn habe dieser bei der Stadt Büren ein Grundstück für eine neue Einrichtung angefragt. "Ein Standort steht noch nicht fest", so Seipel weiter: "Zur Zeit erscheint uns der Aftebogen aber optimal." Es gebe jedoch verschiedene Varianten. Dazu zähle auch die Almeschule. In den politischen Gremien sei das Thema noch nicht beraten worden. Seipel weiter: "Wir müssen damit leben, dass die Dinge auch öffentlich diskutiert werden." Die Anwohner hinterfragen auch die Entwicklung der Geburtenzahlen in der Kernstadt. Martin Wördenweber hat sich die Daten im Bürgerbüro der Stadt geben lassen. Danach fiel die Zahl der Neugeborenen 2017 wieder auf 76 zurück (2016: 86, 2015: 78). Der Anwohner des Spielenweges sieht auch einen negativen Wanderungssaldo aus Zuzügen und Wegzügen in der Stadt. Wördenweber fragt: "Brauchen wir überhaupt noch mehr Räumlichkeiten?"

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