Büren Bürener Bauausschuss pocht auf gemeinsame Innenstadtlösung

Verwaltung soll ein erneutes Gespräch mit Eigentümer vom Marktkauf führen

Karl Finke

Büren. Die Bauvoranfrage von Marktkauf-Betreiber Richard Hesse, er will auf seinem Grundstück an der Königstraße (Schlömer-Häuser) ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit Pkw-Stellplätzen errichten, ist im Bürener Bauausschuss abgelehnt worden. Der Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde hatte zuvor darauf hingewiesen, dass das Projekt dem Bebauungsplan widersprechen würde. Bürgermeister Burkhard Schwuchow betraute den Fachausschuss mit der Beratung, weil das beabsichtigte Bauprojekt den aktuellen Prozess über die Zukunftsgestaltung der Bürener Innenstadt ("Neu denken") betrifft. Die Schlömer-Häuser liegen im vor drei Jahren schon einmal von Investoren neu geplanten Quartier im Kern (Qik). Hesse möchte hier - unterhalb des alten Kreishauses - ein zweigeschossiges Gebäude mit aufgesetztem Staffelgeschoss errichten. Im Erdgeschoss ist ein Ladenlokal auf 216 Quadratmetern geplant. Im Obergeschoss sollen zwei Büros entstehen. Das Staffelgeschoss sieht zwei Wohnungen (je 65 Quadratmeter) vor. Kann nur als Ausnahme genehmigt werden Marita Krause, Fachbereichsleiterin im Rathaus, beschrieb mehrere Problembereiche des Vorhabens. Überschritten würde die so genannte Geschossflächenzahl. Als unterschritten (2,75 Meter) benannte sie die Breite der geplanten Zufahrt auf der oberen Neubauseite. Zudem wären die beiden Flurstücke auf dem Grundstück noch nicht vereinigt. Als Hauptargument nannte Krause die Stellplätze (13) "außerhalb der bebaubaren Fläche". Diese könnten nur als Ausnahme genehmigt werden. In der Umgebung der dort vorhandenen Freiflächen wäre dies ihrer Sicht "nicht nur eine unwesentliche Randkorrektur". "Der Fall ist relativ einfach", formulierte Ratsherr Bernward Schäfers die Meinung der CDU. "Wir sind mitten in einem Verfahren und Ergebnisse stehen noch nicht fest", verwies er auf den von der Stadt im Herbst 2017 gestarteten Prozess der Bürgerbeteiligung zur Innenstadt-Neugestaltung, der nach den Osterferien abgeschlossen werden soll. Der neue Eigentümer der Schlömer-Häuser hätte seinerzeit mit dem Kauf der Immobilie "auch Verantwortung übernommen", so Schäfers. Nun könnte man ihn "nur auffordern gemeinsam eine Lösung zu finden". Anders die SPD. "Wir begrüßen die Absicht, dass hier die erste Fläche für den Einzelhandel bereit gestellt wird", so Ratsherr Heinz Kirse: "Wir sollten das Projekt unterstützen und nicht verwerfen." Dafür könnte eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Kirse stellte den Antrag, die Verwaltung sollte mit Hesse "noch einmal über eine einvernehmliche Lösung sprechen". "Kommunalpolitischer Skandal" "Hesse hat sich jahrelang bemüht - nicht nur auf dem bekannten Grundstück", erinnerte Reinhold Zühlke (Bündnis 90/Die Grünen) an das alternative Investitionsprojekt im QiK vor drei Jahren: "Es wurde ihm verwehrt." Das neue Projekt abzulehnen wäre für ihn "ein kommunalpolitischer Skandal". Hesse müsste Parkplätze nachweisen. Das Argument einer Versiegelung wäre bei Rasengittersteinen auf den Parkplätzen "eine unglaubwürdige Schutzbehauptung". Versiegelt wären allerdings die Parkflächen am alten Kreishaus. Hesse wiederum wäre sogar bereit, sein Gebäude nach hinten zu versetzen, um vorn einen größeren Fußweg zu ermöglichen. Bürgermeister Burkhard Schwuchow mochte vor einem neuen Bauprojekt an dieser Stelle abwarten, welche Ideen für die Innenstadt in der Bürgerbeteiligung entstünden. Er verwies darauf, dass die Verwaltung und das von ihm gebildete "Kernteam" mit allen Ratsfraktionen bereits Gespräche mit Hesse geführt hätten. CDU-Fraktionschef Joachim Finke warnte vor "einem Schnellschuss" für das Bauprojekt. Bei der Innenstadt-Erneuerung käme nun "die entscheidende Phase". Er lud Hesse ein, "sich daran zu beteiligen". Eine große Mehrheit im Ausschuss lehnte ein Einvernehmen mit der Bauvoranfrage ab; dafür stimmten nur Zühlke und (ohne Wortmeldung) FDP-Ratsherr Josef Zumdick. Einstimmung beauftragte der Ausschuss den Bürgermeister zu einem erneuten Gespräch mit Marktkauf-Betreiber Richard Hesse.

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