David Berg baut das alte Stellwerk Ringelstein um. - © Karl Finke
David Berg baut das alte Stellwerk Ringelstein um. | © Karl Finke

Büren Altes Stellwerk bei Büren wird Wander-Herberge

Ringelstein: An der stillgelegten Bahnstrecke hat David Berg das Technische Denkmal vom bisherigen Eigentümer Ludger Guttwein erworben und baut es zu einem touristischen Ferienhaus um

Karl Finke

Büren-Harth/Ringelstein. Das alte Ringelsteiner Stellwerk hat den Harther David Berg seit seiner Kindheit fasziniert. Damals ist er schon einmal drin gewesen - mit Erwachsenen und Schlüssel. Andere Jungs haben sich ihren Weg durch verriegelte Fenster gesucht und innen Schriftzüge hinterlassen. "Was könnte man daraus machen?" hat sich der junge Mann öfter gefragt. Jetzt weiß er es, weil dem 27-Jährigen das technische Denkmal seit anderthalb Jahren gehört. Berg hat es von dem Eisenbahn-Unternehmer Ludger Guttwein (Borchen/Altenbeken) erworben. Der ist bekanntlich in den 1990er Jahren zwischen Paderborn und Büren noch mal mit einer touristischen Dampflok unterwegs gewesen und hat Fahrten dieser Art womöglich auch einmal für die weitere Strecke durchs Almetal Richtung Brilon erwogen. Bergs Kauf hat im zweiten Anlauf geklappt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schienenstrecke für Transporte von Transformatoren des Energieversorgers RWE/Innogy aufgegeben worden. Etwa 80 Jahre alt Die Geschichte des Stellwerks ist mit dem Bahnhof Ringelstein verbunden. Der wurde 1901 an der damals neuen Schienen-Verbindung Bremen-Frankfurt gebaut. Der tägliche "Heckeneilzug" fuhr bis 1974. Das Stellwerk soll etwa 80 Jahre alt, also vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet worden sein, so Berg. Außer Betrieb genommen wurde es bereits 1962. Ab den 1980er Jahren nutzte das Gebäude ein Verein von Dortmunder Eisenbahnfreunden mit dem Namen Westfälische Almetalbahn als Abstellraum. Die Bahnfans boten hier Ausflugsfahrten mit einer alten Straßenbahn an, die von einer Generatorlore gezogen wurde. In das besondere Gebäude will Berg, als Außendienstmitarbeiter verkauft er Kaminöfen für die dänische Firma Terma Tech, eine besondere Nutzung bringen. Es soll ein Ferienhaus für Wanderer, Naturfreunde und Eisenbahnliebhaber werden. Die gesamte Wohnfläche beträgt rund 60 Quadratmeter. Im Erdgeschoss entstehen ein Schlafzimmer und ein Bad. Im Obergeschoss soll sich ein Wohnzimmer mit Küche ausbreiten. Neben einem Kaminofen will Berg das Gebäude mit Infrarot-Platten (Strom) heizen, die er über eine Smartphone-App steuern kann. In der Dekoration soll sich einiges aus der Vergangenheit des Stellwerks wiederfinden. Neues Lärchenholz Alle Arbeiten musste Berg mit der unteren (Stadt Büren) und oberen Denkmalbehörde (Münster) absprechen. Vorarbeiten hat er selbst mit Freunden und Familienmitgliedern durchgeführt. Die Außenfassade des Obergeschosses ziert schon neues Lärchenholz - im Laufe der Jahre wird es vom Regen silbergrau. Die Teerpappen-Abdeckung des Daches wird gerade erneuert. Der neue Eigentümer lässt auch neue Holz-Sprossen-Fenster und Türen einbauen. Berg hat seinen zweiten Wohnsitz seit einigen Jahren in Paderborn - zusammen mit Freundin Lena Klinkert (31) aus Borchen, im Beruf Lehrerin an einer Detmolder Grundschule. Die sei inzwischen ebenso stolz auf das Projekt Altes Stellwerk, verrät er. Die beiden schließen nicht aus, dass das Gebäude in einer späteren Lebensphase vielleicht sogar zur eigenen Wohnung werden könnte. Ein 3D Druck vom Stellwerk. 🏠🛤 Der Bruchstein und die Holzverkleidung machen es zu einem Unikat. #unikat #stellwerk #stellwerkringelstein #architektur #3dprinting #3ddruck #white #büren #ringelstein #paderborn #sauerland #projekt #future #zukunft #laser #prototype Ein Beitrag geteilt von Stellwerk Ringelstein (@stellwerk_ringelstein) am Jan 9, 2018 um 12:25 PST An den Bauarbeiten dürfen interessierte Beobachter gern teilhaben. Berg berichtet darüber regelmäßig in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram, wo er bereits 500 "Follower" hat. Im Spätsommer oder Herbst soll hier schon der erste Feriengast einziehen dürfen.

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