Blumen zum Abschied: Hildegard Ridder im Kreise von (v.l.) Engelbert Hillebrand (Kirchenvorstand), Ortsvorsteherin Jutta Schmidt, Gemeindereferentin Daniela Reineke, Geschäftsführer Detlef Müller und Pfarrer i.R. Josef Kersting. - © Birger Berbüsse
Blumen zum Abschied: Hildegard Ridder im Kreise von (v.l.) Engelbert Hillebrand (Kirchenvorstand), Ortsvorsteherin Jutta Schmidt, Gemeindereferentin Daniela Reineke, Geschäftsführer Detlef Müller und Pfarrer i.R. Josef Kersting. | © Birger Berbüsse

Büren Hildegard Ridder gab in Brenken Starthilfe für 1.000 Kinder

Abschied: Nach 44 Jahren verlässt die Leiterin den Kindergarten St. Elisabeth 
und wird schon jetzt an allen Ecken vermisst. Großes Lob vom Baron

Birger Berbüsse

Büren-Brenken. Wer im kleinen Ort Brenken jünger als 50 Jahre alt ist, ist ziemlich sicher bei ihr in den Kindergarten gegangen: 44 Jahre lang leitete Hildegard Ridder die katholische Kita St. Elisabeth. Jetzt wurde sie in einer berührenden Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Und eines wurde besonders deutlich: Die 64-Jährige hinterlässt bei ihrem Abschied zum Jahreswechsel Spuren in allen Bereichen des Ortes und wird von Jung und Alt sehr vermisst werden. 1973 kam Hildegard Ridder als Erzieherin in die Brenkener Einrichtung. Nur ein paar Monate später übernahm sie mit gerade einmal 20 Jahren die Leitung des Kindergartens, die sie fast viereinhalb Jahrzehnte inne haben sollte. „Etwa 950 Kinder" habe sie in dieser Zeit betreut, hatte Pfarrer Peter Gede für seine Rede ausgerechnet. „Sie haben Spuren hinterlassen – im Ort, in der Gemeinde und in den Herzen der Menschen", sagte er und bedankte sich bei der scheidenden Leiterin für ihre „Mühe, Liebe, Leidenschaft und Freude", die ihr immer anzumerken gewesen sei. Detlef Müller, der Geschäftsführer der Trägergesellschaft Katholische Kindertageseinrichtungen Hochstift gem. GmbH, verwies auf die fast 200 Männer, Frauen und Kinder, die zu der Abschiedsfeier gekommen waren: „Sie alle zeigen ihre tiefe Verbundenheit mit Ihnen." Hildegard Ridder habe fast 1.000 Kinder an die Hand genommen und ihnen geholfen, einen guten Start ins Leben zu haben: „Wir danken Ihnen für all das Gute, das Sie hier geleistet haben. Das kann man kaum in Worte fassen", betonte Müller. Nach einem Gottesdienst in der Brenkener Kirche fand die Feier im Pfarrheim statt, das angesichts der vielen Menschen aus allen Nähten zu platzen drohte. Neben den aktuellen Kindern von St. Elisabeth und ihren Eltern sowie allen Mitarbeiterinnen waren Vertreter der Kirchengemeinden, der politischen Gemeinde, des Trägers und der Mitarbeitervertretung, ehemalige Kindergartenkinder und Kolleginnen sowie Leiterinnen anderer Einrichtungen aus der Umgebung erschienen. Hitparade und Erinnerungen zum Abschied Die Kinder bedankten sich bei Hildegard Ridder mit einer musikalischen „Hitparade aus 44 Jahren". Das zehnköpfige Erzieher-Team von St. Elisabeth erinnerte daran, wie viele Veränderungen es in den zurückliegenden viereinhalb Jahrzehnten gegeben habe: Mehrere Umbauten wurden bewältigt, dazu die Aufstockung von zwei auf drei Gruppen, die Aufnahme immer jüngerer Kinder, der Wechsel des Trägers, neue Gesetze und Regeln – und die Einführung des Computers, die alle zu Beginn vor Herausforderungen gestellt hätte. Stellvertretend für viele sagte Anja Schulte: „Ich war erst als Kind bei dir, dann als Auszubildende, nun als Kollegin und Mutter zweier Kinder, die von dir betreut werden." Das Team sei sich ganz sicher: „Deine Spuren sind in diesem Kindergarten noch lange zu finden." Das glaubt auch der Elternrat, der hervorhob, wieviel die Kita Hildegard Ridder zu verdanken habe, und sich für die „unglaubliche Arbeit" bedankte: „Sie dürfen gerne noch ein paar Jahre dranhängen." Auch Ortsvorsteherin Jutta Schmidt tut der Abschied der langjährigen Leiterin sehr leid: „Fragt man nach der Kita in Brenken, so ist diese untrennbar mit dem Namen Hildegard Ridder verbunden." Sie sei jederzeit Ansprechpartnerin, Organisatorin, Teamplayer und Erzieherin in einem gewesen. Auch der Baron von Brenken hatte es sich nicht nehmen lassen, die Frau zu verabschieden, die vier seiner Kinder und bislang zwei Enkel in St. Elisabeth begleitet habe. Er erinnerte daran, dass seine Mutter vor 50 Jahren den Kindergarten gestiftet habe, als Geschenk an die Gemeinde. „Sie als Leiterin waren ein Geschenk Gottes", zollte der Baron seine Hochachtung. Die so Geehrte fasste sich abschließend lieber kurz und blickte voraus: „Ich wünsche mir für den Kindergarten, dass er weiter ein Haus der Begegnung bleibt, in dem alle zum Wohl der Kinder gut zusammenarbeiten." Die Neu-Ruheständlerin plant, St. Elisabeth auch weiterhin verbunden zu bleiben. Die 64-Jährige scheidet zum 1. Januar aus dem Dienst aus, die Suche nach einer Nachfolgerin läuft.

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