Nachdem der Komplex in Büren umgebaut wurde, wird er seit 2015 wieder für die Unterbringung von Abschiebehäftlingen genutzt. - © Karl Finke
Nachdem der Komplex in Büren umgebaut wurde, wird er seit 2015 wieder für die Unterbringung von Abschiebehäftlingen genutzt. | © Karl Finke

Büren Mahnwache erinnert an Tod eines Abschiebehäftlings in Büren

Protest gegen Wiedereröffnung des Abschiebegefängnisses

Büren (epd). Mit einer Mahnwache wird am Dienstag in Büren an einen im Jahr 1999 in der Abschiebehaft ums Leben gekommenen Flüchtling erinnert. Viele Fragen um seinen Tod seien noch offen, erklärte der Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren" am Montag in Detmold. Der Verein protestiert mit seiner Aktion auch gegen die Wiedereröffnung des Abschiebegefängnisses. Dort war am 30. August 1999 ein Mann ums Leben gekommen, nachdem in seiner Zelle ein Brand ausgebrochen war. Der Abschiebehäftling sei nach einer verbalen Auseinandersetzung während des Hofgangs mit Einzelhaft bestraft worden, erklärte der Verein. Nach dem Ausbruch des Brands in seiner Zelle hätten sowohl der Inhaftierte als auch ein Häftling einer benachbarten Zelle einen Alarmknopf gedrückt. Beide Alarmmeldungen seien nicht gehört worden. Das für den Alarm zuständige Büro sei nicht besetzt gewesen. Der Flüchtling erstickte in seiner Zelle. Nachdem der Komplex in Büren umgebaut wurde, wird er seit 2015 wieder für die Unterbringung von Abschiebehäftlingen genutzt. Zwischenzeitlich war die Aufnahme von Abschiebehäftlingen in der früheren Justizvollzugsanstalt Büren ausgesetzt worden. Hintergrund waren Urteile des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesgerichtshofs, nach denen Abschiebehäftlinge nicht mehr in Einrichtungen untergebracht werden dürfen, in denen auch Strafgefangene festgehalten werden. Inzwischen werden in der Bürener Anstalt ausschließlich Menschen untergebracht, die abgeschoben werden sollen.

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