Versteht den Trubel nicht: Bürgermeister Reiner Allerdissen.
Versteht den Trubel nicht: Bürgermeister Reiner Allerdissen.

Borchen Ärger um Akten zum Mallinckrodthof-Aufzug

CDU-Mann Kuhnigk hat in die Papiere geschaut und will den Borchener Bauausschuss informieren

Borchen. Das Hin und Her rund um den Aufzug am Borchener Mallinckrodthof bietet ordentlich Lesestoff zu Weihnachten. Mittlerweile haben laut Bürgermeister Reiner Allerdessen Architekt Peter Völse, der Bau- und Umweltausschussvorsitzende Harald Kuhnigk und SPD-Fraktionschef Herbert Berger Akteneinsicht beantragt. Zumindest im Fall von Berger und Kuhnigk gibt es dafür jetzt grünes Licht. Zuvor hatte ein vom Bürgermeister eingeschalteter Anwalt die Ansinnen prüfen lassen. Allerdissen hatte nicht zuletzt wegen schutzwürdiger Belange Dritter große Bedenken gegen die Gewährung der Akteneinsicht gehabt. Harald Kuhnigk hat dafür kein Verständnis. „In seiner Begründung bezieht sich Bürgermeister Allerdissen fälschlicherweise auf § 55, Absatz 5 der Gemeindeordnung, der für Ratsmitglieder, aber nicht für Ausschussvorsitzende gilt", betont Kuhnigk. Zudem sei er als Ausschussvorsitzender zur Verschwiegenheit und Geheimhaltung verpflichtet, so der CDU-Mann. Weil er sich angegriffen gefühlt habe, habe er kurzfristig auch die Kommunalaufsicht eingeschaltet. Kuhnigk hat sich am Donnerstag nach eigenem Bekunden die Unterlagen ganz genau angeschaut und will nun den Bau- und Umweltausschuss über das Gesehene informieren. „Der Baustopp bleibt so lange bestehen, bis der Rat ihn wieder aufhebt", betont Kuhnigk. Bürgermeister Allerdissen versteht die ganze Aufregung nicht und verteidigt die Dauer von sechs Tagen von dem Wunsch nach Akteneinsicht bis zu dessen Erfüllung. „Ich habe das Ansinnen von Herrn Kuhnigk vom Abend gleich am Morgen danach einem Anwalt zur Prüfung übergeben", erklärt Allerdissen. Zurzeit gebe es mehrere „kribbelige Anfragen", zudem habe der Anwalt auch noch ein paar Verhandlungen wahrnehmen müssen. „Es handelt sich hier nicht um einen Durchsuchungsbeschluss", ärgert er sich. Nicht gut zu sprechen ist der Bürgermeister auch auf den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). „Hier wurde offensichtlich Schriftverkehr bekanntgegeben. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang", so Allerdissen. Gegenüber der Neuen Westfälischen betont das Gemeindeoberhaupt, dass die Vorgehensweise rechtskonform sei und alles mit dem LWL abgestimmt worden sei. Herbert Berger will nach Weihnachten in die Akten schauen. „Es klingen bei den Grünen und vor allem der CDU Vorwürfe gegen die Verwaltung durch, da möchten wir uns auf den aktuellen Kenntnisstand bringen", so der SPD-Fraktionschef. Das Vorgehen der Verwaltung unterstützt seine Fraktion. „Jeder weiß, dass wir die kostengünstigste Variante beschlossen haben", sagt Berger. Das Schönheitsempfinden sei breit gestreut. Der barrierefreie Zugang sei das Wichtigste. Die von der Borchener „Jamaika-Koalition" veranstaltete „Hetzjagd gegen die Verwaltung und den Bürgermeister" nehme groteske Züge an. Durch den Baustopp werde weiteres Geld verbrannt, betont Berger. Er fordert die unverzügliche Rücknahme des Stopps.

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