Wie ein Schmetterling: So soll der Neubau des Altenwerkes Schloss Hamborn einmal aussehen. - © Architekturbüro Mattern
Wie ein Schmetterling: So soll der Neubau des Altenwerkes Schloss Hamborn einmal aussehen. | © Architekturbüro Mattern

Borchen Neues Altenheim wird in Hamborn gebaut

Zwischen dem vorhandenen Pflegeheim, dem Kindergarten und dem Hofgut entsteht für 6,8 Millionen Euro ein inklusiver Neubau mit besonderem Konzept

Karl Finke

Borchen-Schloss Hamborn. Bei den Anthroposophen kommt auch der Bauer zu Wort. Er gibt für den Neubau des Altenwerkes ein Stück Acker ab. Benno Eilers, der das benachbarte Hofgut seit sieben Jahren leitet, spricht von "ein wenig Verlust, Schmerz und Wehmut". Seit 1952 wird die Fläche ökologisch-dynamisch bewirtschaft. Die hier geplante Pflegeeinrichtung ist durch eine ebenso besonderes Konzept gekennzeichnet. Am Mittwochmittag hat die Rudolf Steiner Werkgemeinschaft gleich neben dem vorhandenen Altenwerk den ersten Spatenstich für eine moderne Nachfolgeeinrichtung vollzogen. Der Start für die Investition mit einem Volumen von 6,8 Millionen Euro war ursprünglich schon vor einem Jahr angedacht. Das Geld liege in Schloss Hamborn nicht auf dem Haufen, erklärte Vorstand Gerd Bögeholz die Kraftanstrengung, die zusammen mit der Sparkasse Paderborn-Detmold und der GLS Gemeinschaftsbank aus Bochum gemeistert werden soll. "Es ist unser größtes Bauprojekt der letzten 40 Jahre", so Bögeholz zur Einordnung. Der Neubau trägt den Anforderungen des Wohn- und Teilhabegesetzes NRW Rechnung. Mit 60 Pflegeplätzen in verschiedenen Wohnformen entstehen fünf Plätze mehr als in der vorhandenen Einrichtung. Die Bewohner werden nicht in Abteilungen nach Behinderten (Demenzkranken) und Nicht-Behinderten getrennt, es wird eine Alten-Inklusion praktiziert. Die Werkgemeinschaft will mit dem Neubau ihre 40-jährige Erfahrung in der Altenpflege "professionalisieren und ausweiten", so Vorstand Bögeholz weiter. Dabei vertraue man auf einen in Deutschland mittlerweile erkennbaren Wandel im Denken. "Altenpflege ist gesellschaftlich wichtig geworden", so seine Worte. Die Bedeutung von Fachkräften werde geschätzt. Im Hamborner Altenwerk sind zur Zeit 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig - die Hälfte von ihnen Fachkräfte. Das Konzept spiegelt sich in in der Gestalt des Neubaus wider. Die organische Form aus den Händen von Matern Architekten ähnelt einem Schmetterling. Eingebunden wird der Neubau in die Nachbarschaften von Kindergarten und Hofgut. In dem frei werdenden Altenwerk-Gebäude will die Werkgemeinschaft zukünftig eine geriatrische Rehabilitation einrichten. Landrat Manfred Müller freut sich über ein "einzigartiges Projekt - ein Wohnen mit Gemeinschaft und Natur, das nirgendwo anders so ausgeprägt ist". Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen würdigt "den größten Arbeitgeber in der Gemeinde mit qualitativen Arbeitsplätzen".

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