Streitobjekt: Der Aufzug am Mallinckrodthof. - © Marc Köppelmann
Streitobjekt: Der Aufzug am Mallinckrodthof. | © Marc Köppelmann

Borchen Zoff um Aufzug geht am Borchener Mallinckrodthof in die nächste Runde

Bürgermeister Reiner Allerdissen versichert, der Bau sei rechtens

Borchen (ag). Der Ärger um den Außenaufzug am Mallinckrodthof geht in eine nächste Runde. Die Christdemokraten fordern von Bürgermeister Reiner Allerdissen Akteneinsicht. Hintergrund sind die jüngsten Äußerungen von Architekt Peter Völse im Bau- und Umweltausschuss. Der sachkundige Bürger hatte behauptet, dass der Aufzug rechtswidrig sei, weil sich die Gemeinde nicht an Auflagen gehalten habe. Die CDU ist zudem an zwei Schreiben des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) interessiert. Bürgermeister Reiner Allerdissen, der bereits einen Anwalt eingeschaltet hat, lehnte das im Haupt- und Finanzausschuss kategorisch ab. "Ein Schreiben könnte von Dritten sein, ich werde keine schutzwürdigen Interessen verletzen", stellte Allerdissen klar. Im Übrigen sei alles rechtskonform abgelaufen und genehmigt worden. Sonst hätte der LWL längst die Bauaufsicht des Kreises Paderborn eingeschaltet, bemerkte Allerdissen. Er habe nichts zu verbergen. "Wir hätten hier keine Probleme, wenn uns die Schreiben vorliegen würden", konstatierte Claudia Cosack (CDU). Allerdissen stellte klar, dass ein Glasaufzug wegen der Massivbauweise nicht möglich sei. Zudem seien die Kosten allein für den Schacht um 30 Prozent höher. Dazu kämen noch die Kosten für das Fundament, die Kabine und die nicht zu unterschätzenden Unterhaltungskosten. Während Carsten Koch (Die Freien) eine Diskussion über die Optik des Aufzugs für konstruktiver hielt und diese als hässlich bezeichnete, bemängelte Hartmut Oster (Bündnis 90/Die Grünen) den enormen Zeitdruck. "Wir hätten das Ganze besser auch durch den Bau- und Umweltausschuss laufen lassen", so Oster. Man müsse mit einem ortsbildprägenden Gebäude wie dem Mallinckrodthof sensibel umgehen und hätte stärker die Bevölkerung mitnehmen müssen. Die Diskussion sorgte bei der SPD mächtig für Ärger. "Wenn hier Menschen persönlich diskreditiert werden, wird eine Grenze überschritten", betonte Patrick Knüttel. Deshalb sei er über die Klarstellung des Bürgermeisters froh. Er könne die Suche nach Fehlern nicht mehr hören. Im Übrigen gehe es beim Aufzug um einen möglichst optisch perfekten Zustand, der möglichst vielen gefalle. "Wir machen das Ganze für behinderte Menschen, das sollte im Vordergrund stehen", betonte Knüttel.

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