Neue Lernmodelle gestartet: Den Sekundarschülerinnen (v. l.) Carolin Wedel, Milanda Hannah und Anabel Spenst schaut bei ihren Aufgaben der kommissarische Leiter der Schule an der Altenau, so der neue Name, Markus Schröder über die Schulter. - © Marc Koeppelmann
Neue Lernmodelle gestartet: Den Sekundarschülerinnen (v. l.) Carolin Wedel, Milanda Hannah und Anabel Spenst schaut bei ihren Aufgaben der kommissarische Leiter der Schule an der Altenau, so der neue Name, Markus Schröder über die Schulter. | © Marc Koeppelmann

Borchen Borchener Schüler bekommen Platz in Elsener Oberstufe

Sekundarschule an der Altenau: Zielsetzung für die Zukunft sind 40 Prozent der Grundschulabgänger. Zusammen mit weiteren auswärtigen Schüler(inne)n könnte die Dreizügigkeit gesichert werden

Karl Finke

Borchen. Die aktuelle Beule von nur 52 Fünfklässlern hat die Borchener Schule an der Altenau, so der neue Name, aufgeschreckt. Neben dem neuen Lernzeitmodell (die NW berichtete) stellte der kommissarische Schulleiter Markus Schröder am Dienstagabend im Schulausschuss weitere Maßnahmen zur Zukunftssicherung vor und antwortete auf besorgte Fragesteller. Die Sekundarschule hat ihre Unterrichtseinheiten von 45 auf 60 Minuten ausgeweitet. Schulschluss ist zudem statt um 15.30 Uhr bereits um 15 Uhr. Damit solle den Schüler mehr Zeit gegeben werden, an Vereinsangeboten teilzunehmen - so Schröder. Weiterhin habe die Schule zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein Konzept für einen "Trainingsraum" entwickelt, der Schülerinnen und Schülern Entspannung für neue Konzentration auf Lerninhalte ermöglichen solle. Für den Übergang von der Sekundarschule in eine Oberstufe bis zum Abitur hat die Borchener Institution eine Kooperation mit der Gesamtschule in Paderborn-Elsen abgeschlossen. Allen Zehntklässlern mit dem entsprechenden Qualifikationsvermerk werde dort ein Oberstufenplatz frei gehalten, versicherte Schröder - und sagte weiter: "Elsen braucht uns im Moment auch." Statt sieben Zügen früher wäre die Oberstufe dort nur noch vierzügig. Die Gesamtschule in Elsen biete in dieser Größe aber immer eine größere Wahl-Vielfalt im Vergleich mit den eher spezialisierten Berufskollegs in Paderborn. Auch mit denen werde allerdings verhandelt. SPD-Ratsherr Jürgen Schmidt fragte mit Blick auf den großen Fachkräfte-Bedarf im Handwerk nach der Berufsorientierung in der Schule an der Altenau. "Für eine berufliche Erweiterung sind wir zu klein", sagte Schröder in Bezug auf denkbare Profilbildungen, "aber wir machen es im Kleinen." Die Kontakte zu den Betrieben im Gewerbegebiet an der Autobahn 33 würden sich wohl verbessern lassen. Dort kommen nach Aussage von CDU-Ratsherr Torsten Vogt "keine Bewerbungen" von Sekundarschülern aus Borchen an. Innerhalb des Landesprogramms "Kein Abschluss ohne Anschluss" bietet die Borchener Sekundarschule allerdings, so der kommissarische Schulleiter Schröder, "eine offene Laufbahnberatung" an - auch für berufliche Wege. Für die Zukunft strebt die Gemeinde mit ihrer Schule an der Altenau eine Übergangsquote von 40 Prozent der Grundschüler an. Mit dem aktuellen Jahrgang liegt die Sekundarschule unter diesem Wert. In den beiden älteren Jahrgängen liegen die Zahlen bei rund 70 Schülerinnen und Schülern. Schröder nannte die angestrebte Quote "kein utopisches Ziel". Die Qualität der Schule untermauerte Schröder mit Zahlen: Im 10. Jahrgang würden wohl 34 Jugendliche einen Realschulabschluss, 30 die Qualifikation für die Oberstufe und 13 den Hauptschulabschluss erreichen. Eine Zweizügigkeit der Sekundarschule erscheint ihm keine wirkliche Zukunft - auch nicht, wenn die Landesregierung diese Möglichkeit gesetzlich eröffnen sollte. Im laufenden Schuljahr sind in Borchen bereits 13 Rückläufer von Paderborner Gymnasien aufgenommen worden.

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