Im Fokus: Rot gestrichelt ist oben als geschwungene Linie eine Trasse in die Karte eingetragen. Diese kann eine mögliche Routenführung einer Umgehungsstraße sein. - © FWB/FDP
Im Fokus: Rot gestrichelt ist oben als geschwungene Linie eine Trasse in die Karte eingetragen. Diese kann eine mögliche Routenführung einer Umgehungsstraße sein. | © FWB/FDP

Borchen In Borchen gibt es Missverständnisse um eine geplante Umgehungsstraße

Jens Reddeker

Borchen. In Borchen erheben die Freie Wählergemeinschaft (FWB) und die örtliche FDP Vorwürfe gegen Bürgermeister Reiner Allerdissen (SPD) wegen der laufenden Planungen einer Umgehungsstraße. Der Rathaus-Chef widerspricht den Fraktionen jedoch vehement. Von Verhandlungen mit „mehreren Grundstückseigentümern" seien Kommunalpolitiker beider Parteien in Kenntnis gesetzt worden, sagt FWB-Vorsitzender Carsten Koch im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Dabei gehe es um Flächen für den zukünftigen Trassenverlauf der Entlastungsstraße in Nordborchen, die die Wohngebiete Hessenberg, Kreuzricke und Wegelange anbinden soll. Bürgermeister Allerdissen bestätigt, dass es erste Vorgespräche „mit einem potenziellen Grundstückseigentümer" gegeben habe. Doch geheime Kaufverhandlungen oder gar Vertragsabschlüsse verweist er ins Reich der Fabel. „Davon kann keine Rede sein, da die Trassenplanungen noch gar nicht bekannt sind. Da könnten wir jetzt noch gar nicht tätig werden." Variante wird im nächsten Jahr vorgestellt Frühestens im nächsten Jahr würde das beauftragte Planungsbüro dem Rat erste Varianten einer Trasse vorschlagen können. FWB und FDP präsentieren unterdessen das Foto einer Karte, in die bereits eine Trasse von Nordborchen nach Kirchborchen eingetragen ist. Diese sei ihnen von Grundeigentümern präsentiert worden, „die sie von der Gemeinde in den Verhandlungen bekommen haben sollen", so Koch und FDP-Mann Marcel Welsing in einer Stellungnahme. Dabei handele es sich um „eine theoretische Möglichkeit", sagt Allerdissen, der darauf hinweist, dass diese Variante auch schon einmal im Rat präsentiert worden sei. Würde diese Route in der Zukunft konkreter, kündigen FWB und FDP schon jetzt Widerstand an: „Die Nähe zu den Wohngebieten wäre aus unserer Sicht aus Lärmgründen sehr bedenklich", betonen Welsing und Koch, die den Abstand zwischen möglicher Trasse und Häusern auf etwa 150 Meter schätzen. Bürgermeister Allerdissen betont: „Wir können keine konkrete Trasse zeigen, da es sie noch nicht gibt. Aktuell sind wir ganz am Anfang der Diskussionen." Lärmbelästigung möglichst gering halten Um eine geeignete Trasse zu finden, setzen FWB und FDP auf „Fachmeinungen". Ihnen geht es nach eigener Aussage darum, die Lärmbelästigung für Bürger möglichst gering zu halten. Koch ist jedoch skeptisch, dass es eine solche Straße ohne Belastung für Anwohner geben kann: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Trasse verlaufen soll, es sei denn, sie wird direkt am Wald entlang geführt." Allerdissen hofft jedenfalls auf eine Gelingen des Projekts und sagt: „Ich erfahre, dass die Bürger mehrheitlich eine solche Entlastungsstraße herbeisehnen." Wann sie denn kommt, steht noch lange nicht fest. Der Bürgermeister bremst jedoch allzu kühne Erwartungen: „Vielleicht kann ich mal mit wehendem weißen Haar in zehn Jahren das Band zur Eröffnung durchschneiden."

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