Ein Dach überm Kopf: Die Auszubildenden zum Forstwirt und Meister Frank Altrogge (r.) freuen sich über das neue Zentrum. - © Svenja Ludwig
Ein Dach überm Kopf: Die Auszubildenden zum Forstwirt und Meister Frank Altrogge (r.) freuen sich über das neue Zentrum. | © Svenja Ludwig

Borchen-Etteln Regionalforstamt Hochstift baut nachhaltige Bildungsstätte

Das Holzgebäude soll noch vor Weihnachten betriebsbereit sein

Svenja Ludwig

Borchen-Etteln. „Grüne, praxisorientierte Berufe sind wieder nachgefragt", berichtet Förster Carsten Breder, „weil Interesse an der Arbeit mit der Natur besteht und der Wald zurück im Bewusstsein der Gesellschaft ist". Eines dieser Arbeitsfelder, das sich neuer Beliebtheit erfreut, ist die Forstwirtschaft. Für eine bestmögliche Ausbildung des Nachwuchses entsteht zur Zeit im Ettelner Forstrevier Gellinghausen ein neue Ausbildungswerkstatt. In vier Rotten bildet das Regionalforstamt Hochstift aktuell 18 junge Menschen aus. Sechs davon werden in dem Neubau unterrichtet. Zugegeben – ein bisschen dauert es noch, bis die Auszubildenden im Holzgebäude lernen und arbeiten können. „Es soll vor Weihnachten betriebsbereit sein", erklärt Breder. Rohbau und Dachstuhl sind fertig Seit Baubeginn in der vergangenen Woche hat sich aber schon einiges getan. Rohbau und Dachstuhl sind fertiggestellt. Einen ersten Einblick in die Räumlichkeiten der neuen Bildungsstätte gab das Regionalforstamt Hochstift beim Richtfest am Montagmorgen. Im sogenannten Kaltbereich wird mit dem Holz gearbeitet. Denn neben Holzpflege und Ernte lernen die angehenden Forstwirte auch, den Rohstoff zu verarbeiten. Die Lehrlinge fertigten beispielsweise Bänke oder Schilder für den Friedwald, so Breder. Die Warmwerkstatt findet Lehrling Dominic Gante ideal. „Da kann man im Winter und bei schlechtem Wetter die Geräte pflegen", sagt der Kleinenberger. Der Seminarraum, der mit einem Internetzugang ausgestattet wird, soll nicht nur von den angehenden Forstwirten genutzt werden, sondern auch von Borchener Schülern. Zwischen der Sekundarschule und dem Revier besteht eine Kooperation in Sachen Umweltbildung. Jungen und Mädchen können sich zukünftig im Schulungsraum zu Rangern ausbilden lassen. Neben Lager, Küche, Sanitäranlagen mit Duschen und Pausenraum bekommt zudem der Friedwald einen Büroraum für administrative Aufgaben. „Das ist schon Luxus", lautet das Fazit von Forstwirt-Meister Frank Altrogge, „das haben wir nicht in jedem Ausbildungsbetrieb". Geheizt wird mit Holzpellets 54 Kubikmeter Holz seien für 350.000 Euro in der nachhaltigen Ausbildungswerkstatt verbaut worden, berichtet Forstamtsleiter Roland Schockemöhle: „Das ist der beste Baustoff und die Bäume sind vermutlich in der Region gewachsen." Das Lieblingsmaterial der Forstwirte sorgt übrigens auch dafür, dass die Lehrlinge nicht frieren müssen. Geheizt wird nämlich mit Holzpellets. Zum Forstamt Hochstift (Raum Paderborn/Höxter) gehören 72.600 Hektar von 935.000 Hektar Waldfläche in Nordrhein-Westfalen. Darin inbegriffen sind auch Privat- und Kommunalwälder. Die am häufigsten vertretene Baumart ist die Buche.

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