In den vergangenen Wochen oft gemeinsam bei der Arbeit: André Cramer und seine Ehefrau Elke Temme-Cramer hier bei Eröffnung der neuen gastronomischen Genusswerkstatt im Borchener Mallinckrodthof. - © Foto: Genusswerkstatt
In den vergangenen Wochen oft gemeinsam bei der Arbeit: André Cramer und seine Ehefrau Elke Temme-Cramer hier bei Eröffnung der neuen gastronomischen Genusswerkstatt im Borchener Mallinckrodthof. | © Foto: Genusswerkstatt

Borchen Borchener Genusswerkstatt revidiert Öffnungszeiten

Im Mallinckrodthof reagiert Gastronom André Cramer auf Unmut aus dem Gemeinderat

Karl Finke

Borchen. Die Anfang August neu eröffnete Genuss-Werkstatt im Borchener Mallinckrodthof ist ein Magnet – auch, weil mit André Cramer (zuletzt Ratskeller Paderborn) ein erfahrener Koch und Gastronom die sanierten Räume unter seine Fittiche genommen hat. Doch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ist Enttäuschung über reduzierte Öffnungszeiten laut geworden. Im Pachtvertrag mit der Gemeinde waren Öffnungszeiten laut Cramer nicht festgeschrieben worden. Doch genossen nicht nur Borchener, dass die neue Genusswerkstatt außer am Montag (Ruhetag) und am Dienstag (bis 18 Uhr) von Mittwoch bis Sonntag jeweils bis 22 Uhr ihre Speisekarte offen hielt. CDU-Ratsherr Hubertus Franke berichtete in der Ratssitzung allerdings vom zwischenzeitlichen Küchenschluss bereits um 17.30 Uhr. „Ich hatte mir Abendzeiten nur an Wochenenden ausgebeten“, so Bürgermeister Reiner Allerdissen. Er habe dem Gastronomen allerdings schon vor der Eröffnung „mehr Kundschaft als im Ratskeller“ prophezeit. Und das erste Wochenende sei bezüglich der Kundschaft „überfallartig“ ausgefallen. Das kann André Cramer nur bestätigen und er berichtet auf Nachfrage der Neuen Westfälischen auch gern darüber: „Jeder ist begeistert.“ Im nächsten Satz muss er aber das Wort „Supergau“ für sein Personalproblem verwenden. Sowohl die erfahrene Restaurant-Leiterin als auch eine weitere Servicekraft seien ihm durch schwerwiegende Krankheiten und einen damit sogar verbundenen endgültigen Abschied ausgefallen. Täglich eingesprungen sei bereits seine Frau Elke Temme-Cramer. Die Stickereimeisterin habe allerdings nicht geplant, ihr eigenes Geschäft (Wameling Paramente) am Paderborner Domplatz aufzugeben. Cramer selbst lässt an seiner Einsatzbereitschaft keine Zweifel: „Als Chef musst Du immer da sein.“ Ein Koch-Kollege aus dem Ratskeller steht im zur Seite. Keine 24 Stunden nach der übermittelten Kritik aus der Lokalpolitik lässt sich der Gastronom nicht lumpen und will nun donnerstags wieder bis 22 Uhr offen halten. Und er steckt schon in den Überlegungen für den nächsten Sommer, nachdem in den ersten drei August-Wochen nicht zuletzt die Terrasse an der Genusswerkstatt einen gewissen Ansturm erlebte. Cramer plant schon eine größere Fläche und muss nicht erst dafür vor allem dieses Problem lösen: „Das Wichtigste ist das Personal.“

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