Gefährlich: Von der Almebrücke sind Teile gestürzt, Teile des provisorischen Geländers hängen herunter. - © Marc Köppelmann
Gefährlich: Von der Almebrücke sind Teile gestürzt, Teile des provisorischen Geländers hängen herunter. | © Marc Köppelmann

Borchen Brückengeländer der A 33 bei Borchen abgestürzt

Straßen-NRW spricht von Unfall bei Instandsetzung der Autobahn-Kappen bei Borchen

Karl Finke

Borchen. Als Dietmar Hentschel aus Borchen-Alfen (Kreis Paderborn) am Montagmorgen mit seinem Hund im Almetal spazieren geht, traut er seinen Augen kaum. Von der Autobahnbrücke der A 33, seit Monaten und noch für mehrere Jahre eine Baustelle, sind Sicherungsgeländer auf einer Breite von mehr als 20 Metern abgestürzt. Unten in den Almewiesen liegen auch schwere Betonteile. Auf der Autobahn-Brückenbaustelle wurde zu diesem Zeitpunkt zunächst munter weitergearbeitet. „Arbeiter versuchten mit einer Latte die hängende Teile abzustoßen", so Hentschels Beobachtung. Wenig später stoppte womöglich ein Anruf der Bauleitung die wenig sinnvollen Bemühungen. Unter der Almebrücke (370 Meter) verläuft der gern genutzte Fußweg von Alfen nach Kirchborchen. Auf ihm gehen Kinder auch zur Sekundarschule nach Borchen. Der Treppenabgang war auch am Dienstag noch lediglich mit eine Bake abgesperrt. Unter der Brücke läuft auch der beliebte Almeradweg Brilon-Paderborn entlang. Hentschel informierte am Montagvormittag gleich die Gemeinde Borchen. Diese setzte sich mit der ausführenden Baufirma in Verbindung, um die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Abgestürzte Betonteile Noch am Montag wurden offenbar abgestürzte Betonteile von Lkw abtransportiert. „Die Arbeiten auf der Autobahnbrücke sollen vorerst ruhen", so Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen am Dienstagmittag. Was am Montagmorgen bei den Instandsetzungsarbeiten auf der A 33 passiert ist, erklärt der verantwortliche Projektleiter mit den Worten „Unfall" und „menschliches Versagen". Auf den so genannten Kappen sei das Beton-Gesims (50 x 30 cm) abgeschnitten worden. Das Gesims müsse dabei festgehalten werden, weil der Beton nach außen abgerundet sei. „Dies hat bislang funktioniert, aber hier nicht", erklärt Fischer. Weil hier als Sonderfall Fertigbetonteile verbaut worden wäre, stürzten von der Almetalbrücke zwei oder drei etwa fünf Meter lange Gesimse auf einer Breite von 15-20 Metern ab. Den jeweils 1,6 Tonnen schweren Teilen hielt das außen an der Autobahn angebrachte Schutzgerüst nicht stand. Längere miteinander verbundene Gerüstteile hängen nach wie vor von der A 33 nach unten. Abbrucharbeiten „Das Gerüst muss zurückgebaut, neu aufgebaut und neu abgenommen werden", so Projektleiter Fischer. Bis dahin würden die Abbrucharbeiten in diesem Bereich eingestellt. Für ihn ist es der erste Unfall dieser Art „in 30 Jahren". Straßen-NRW will die Fertigstellung dieser Richtungsfahrbahn nach Brilon noch 2017 fertigstellen. Der Alfener Dietmar Hentschel kann über die technische Planung der Arbeiten und das Schutzgerüst auf der A 33 nur den Kopf schütteln: „Wer solche vergammelten Balken einbaut . . ." Er hofft, dass die Verantwortlichen durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen weitere Unfälle womöglich mit Personenschaden ausschließen.

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