Drei Generationen musizieren gemeinsam: Hannelore Kraft singt zusammen mit Kindern der Kita und Senioren, begleitet vom Akkordeon. - © Lena Henning
Drei Generationen musizieren gemeinsam: Hannelore Kraft singt zusammen mit Kindern der Kita und Senioren, begleitet vom Akkordeon. | © Lena Henning

Borchen Hannelore Kraft besucht Generationenhaus in Borchen

Wahlkampf: Die Ministerpräsidentin lässt sich das Konzept der Kolping-Einrichtung erklären. Die Bürgerinitiative „Gegenwind“ nutzt den Besuch für Protest

Lena Henning

Borchen. Auf ihrer Wahlkampftour durch OWL hat Hannelore Kraft am Donnerstag das Generationenhaus in Borchen besucht. Zusammen mit der SPD-Landtagskandidatin Nektaria Bader traf sie Kinder und Senioren, die in der Einrichtung gemeinsam unter einem Dach wohnen. Besonders Bürgermeister Reiner Allerdissen (SPD) freute sich über den Besuch der Ministerpräsidentin. „Das wurde auch Zeit", sagte er scherzhaft zur Begrüßung. „NRW ist groß", konterte Kraft. „Wir sind sehr stolz auf dieses Projekt und hoffen, dass Sie sich vielleicht inspirieren lassen", sagte Allerdissen. In dem Haus befinden sich eine Kindertagesstätte mit derzeit 72 Kindern, eine Wohngemeinschaft für zehn Senioren sowie zehn weitere barrierefreie Wohnungen. „Ein einmaliges Konzept in Deutschland", sagte Allerdissen. Zweimal in der Woche beschäftigen sich beide Generationen miteinander, singen oder basteln gemeinsam. Die Begegnungen werden pädagogisch begleitet, erläuterte Andrea Künzel von der Kolping Akademie, in deren Trägerschaft das Haus steht. „Wir haben aber gemerkt, dass die Kinder total offen mit Themen wie dem Sterben oder Schmerzen umgehen", sagte sie. Wohnenform ist beliebt Hannelore Kraft zeigte sich während des knapp eineinhalbstündigen Besuchs sehr interessiert. Sie sprach mit Kindern und Senioren. Alle sangen gemeinsam: „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider" – einmal durch das Spektrum der Parteifarben. Eine Bewohnerin zeigte Kraft ihre Wohnung. „So viele Blumen auf dem Balkon", sagte die Ministerpräsidentin. Auf die Frage, ob sie sich wohlfühle, antwortete die Bewohnerin: „Mit den ganzen Kindern hier, das macht richtig Freude." Kraft erzählte daraufhin, dass sie sich früh mit der Frage beschäftigt habe, wie sie alt werden möchte. „Alleine im Einfamilienhaus auf der grünen Wiese – das wollte ich nie." Sie habe auch früher in Wohngemeinschaften gewohnt. Alleine alt werden könne sie sich nicht vorstellen. Sie treffe viele Menschen, die gerne mit mehreren Generationen unter einem Dach leben würden. „Früher war das so üblich – heute muss man das organisieren", sagte Kraft. Deshalb finde sie es toll, dass es Einrichtungen wie das Generationenhaus gebe. „Absolut nachahmenswert." Bürgerinitiative Gegenwind protestiert Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Gegenwind Borchen" nutzten den Besuch der Ministerpräsidentin, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. „Es reicht – keine weiteren Windkraftanlagen in Borchen", stand auf einem Banner, das sie über den Gartenzaun in die Höhe hielten. „Die Landesregierung ist für Entscheidungen dieser Art nicht zuständig", sagte Hannelore Kraft im Gespräch mit Volker Tschischke (SPD Borchen und Mitglied der BI). Sie wolle sich jedoch dafür einsetzen, die Kommunen zu stärken. Solche Entscheidungen sollten von den Betroffenen vor Ort getroffen werden.

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