Ein Rotmilan vor Windrädern. - © Josef Köhne
Ein Rotmilan vor Windrädern. | © Josef Köhne

Borchen Windkraft: Bürgerinitiative lehnt Rotmilan-Studie ab

Studie sei nur finanziert worden, um die eigene Sichtweise zu untermauern

Borchen. Die von der Westfalenwind angeführte "Rotmilanstudie" der Biologischen Station Kreis Paderborn ist in keiner Weise dazu geeignet, die Verträglichkeit von Rotmilan und Windkraft zu belegen. Das erklärte Patrick Büker von der Bürgerinitiative "Gegenwind Borchen". Westfalenwind finanziere diese Studien nur, um die eigene Sichtweise mit Zahlen zu schmücken. Dabei belegten die Zahlen lediglich die hohe Attraktivität der Paderborner Hochfläche für die bedrohten Vögel. Frei werdende Rotmilan-Reviere würden daher sofort wieder durch Zuzug besetzt, teilt Büker mit. Die Auslegung der Studien durch Westfalenwind sei umstritten wenn nicht gar falsch. Wichtige Faktoren wie beispielsweise Nahrungsangebot, Zuzug und Abwanderung würden von den Zählungen nicht erfasst.Ohne diese Faktoren könne man daraus aber nicht auf die Ungefährlichkeit von Windkraftanlagen schließen. Der Fund von nur einem toten Rotmilan im Kreis Paderborn belege keineswegs, dass keine weiteren getötet wurden, denn niemand kontrolliere die etwa 500 bestehenden Anlagen. Die Bürgerinitiative "Gegenwind Borchen" fordert, dass. wie von der Biologischen Station Paderborn vorgeschlagen, gezielt und systematisch nach erschlagenen Vögeln an Windkraftanlagen gesucht wird. "Dass Westfalenwind daran kein Interesse haben wird ist klar, denn aus Studien ist bekannt, dass die wenigsten Opfer von Windkraftanlagen gefunden und auch gemeldet werden", heißt es in der Stellungnahme. In Büren, Bad Wünnenberg und Lichtenau seien alleine 2016 vier Rotmilane als Zufallsfunde unter Windkraftanlagen bekannt geworden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, vermutet die Bürgerinitiative. Dort wo gezielt nach Schlagopfern von Windkraftanlagen gesucht würde. hätten Wissenschaftler herausgefunden, dass die Tötung von Greifvögeln (Mäusebussard und Rotmilan) an Windkraftanlagen - auch an höheren - zum Bestandsrückgang dieser Arten beiträgt. Dass es Westfalenwind alleine um den maximalen Ausbau der Windkraft gehe, sähe man am Beispiel Etteln, wo entgegen von Abstandsempfehlungen, mehrere Windräder direkt am Waldrand vor zwei bekannten Rotmilanhorsten beantragt wurden. Noch in der Erörterung hat sich niemand von Westfalenwind dazu geäußert, warum man trotz der Gefahren für den Rotmilan an den Anträgen festhielt. "Es geht um den Profit, sonst müsste Westfalenwind den Artenschutz deutlich stärker berücksichtigen und von diesen Anlagen Abstand nehmen", so die Stellungnahme. Dies sei bisher nicht der Fall und zeige, dass der Druck der Öffentlichkeit notwendig ist und der Kreis Paderborn bisher viel zu unkritisch geprüft habe.

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