Symbolfoto - © dpa
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Borchen Landgericht: Dealer bekommt drei Jahre Haft

24-Jähriger verkauft Marihuana an seine jugendlichen Freunde und qualmt kräftig selbst mit

Jutta Steinmetz

Borchen. Dass sich ein 24-Jähriger aus Borchen vorwiegend Jugendliche als Kunden für seinen Drogenhandel aussuchte, kommt ihn bitter zu stehen. Die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Paderborn verurteilte ihn zu dreieinhalb Jahren Haft. "Ich weiß, dass ich Mist gebaut habe", sagte der 24-Jährige vor dem Landgericht Paderborn und erklärte, er sei in "die Sache" hineingerutscht. "Die Sache" war anscheinend mehr aus Zufall entstanden und keine lange geplante Dealerkarriere. Von Herbst 2013 bis März 2015, so Staatsanwältin Sabrina Klein, hatte der 24-Jährige insgesamt 56 Mal mit Haschisch in Mengen zwischen 20 und 100 Gramm gehandelt. Abnehmer waren junge Burschen unter 18 Jahren. Im Wesentlichen seien es mehr oder weniger gute Bekannte und Freunde von ihm gewesen, so der Angeklagte. Schließlich hatte einer der regelmäßigen Abnehmer als einziger eine eigene Wohnung, und die entwickelte sich dann wohl binnen kurzer Zeit zu einer "Kifferhöhle", wie Verteidiger Olav Schilasky sagte. Dort wurde kräftig das Haschisch geraucht, das der Angeklagte beschaffte. Das große Geschäft blieb aber aus. Denn immer wieder ließen die jugendlichen Abnehmer "anschreiben", weil ihnen gerade das Taschengeld ausgegangen war, oder sie schnorrten sich ganz offen bei dem Borchener durch. Folglich finanzierte der 24-Jährige zwar seinen eigenen Konsum im Tatzeitraum, zeitgleich häuften aber seine Kumpels bei ihm Schulden an. Als süchtig und damit nur eingeschränkt schuldfähig ist der Angeklagte nicht, obschon er selbst selbst seit seinem 15. Lebensjahr kifft. Der psychiatrische Gutachter sah darin lediglich als "leichte Konsumstörung". Eine Abhängigkeit sei nicht festzustellen, zumal seien mehrere Drogenscreenings in den vergangenen Monaten unauffällig gewesen. Satte zweieinhalb Stunden dauerte es, bis Strafkammer, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu einer Verständigung kamen. Zuletzt gestand der Angeklagte einen Teil der Vorwürfe, um beim Strafmaß etwas besser wegzukommen. 15 Taten wurden somit abgeurteilt. In elf Fällen hatte das Marihuana durchschnittliche Qualität, vier Mal aber einem Wirkstoffgehalt von über 20 Prozent, war da also erster Güte. Sein Mandant habe keine Minderjährigen zum Konsum verleitet, sagte Schilasky in seinem Plädoyer, sondern dieser habe vielmehr seine Möglichkeiten genutzt, um für gemeinsame Kifferrunden den passenden Stoff zu beschaffen. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Margret Manthey bezog in ihr Urteil eine fünfmonatige Freiheitsstrafe ein, die das Amtsgericht Paderborn im Februar wegen Diebstahls verhängt und zur Bewährung ausgesetzt hatte.

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