Knapp: Erst an der Grundstücksmauer kam der Panzer zum Stehen. - © Foto: Polizei
Knapp: Erst an der Grundstücksmauer kam der Panzer zum Stehen. | © Foto: Polizei

Borchen Panzer walzt in Borchener Vorgarten

Erst die Gartenmauer stoppt defektes Fahrzeug

Sonja Möller

Paderborn/Borchen. Ein spektakulärer Unfall auf der Paderborner Straße in Borchen (Kreis Paderborn) ist am Dienstagmorgen glimpflich ausgegangen: Ein britischer Fahrschulpanzer war aufgrund eines technischen Defekts ins Schlingern gekommen und in einen Vorgarten gewalzt. Glück im Unglück: Die Räder des mächtigen Fahrzeugs bohrten sich nur in die Begrenzungsmauer und rissen die Hecke platt, verschonten aber das Haus. Die leichte Böschung hatte das Gefährt gestoppt. Die Panzer-Insassen blieben nach Polizeiangaben unversehrt. Ulrich Tilsner wollte gerade zu seiner Enkelin aufbrechen und ihr beim Umzug helfen, als er den Knall hörte. „Mein Opa hat mich angerufen und gesagt: Ich komme etwas später. Ich habe einen Panzer im Garten“, berichtet Stephanie Ney. Die 23-Jährige ließ alles stehen und liegen und fuhr zum Opa. Folgendes war passiert: Nach Polizeiangaben löste sich auf Höhe der Einmündung Liethberg ein Bolzen an einem Laufrad in der Panzerkette. Dadurch geriet der Koloss ins Schlingern und kam nach links von der Straße ab – just auf Höhe des Anbaus der Tilsners.Knapp vorbei an der Gasleitung Als Stefanie Ney bei ihren Großeltern ankam, bot sich ihr ein spektakuläres Bild: „Da war der Panzer mitten in der Hecke und überall standen Soldaten, und unser Hütehund hat wie wild gebellt. Ich bin dann erstmal zu meiner Oma Magdalene gegangen. Die stand völlig unter Schock.“ Die Hausbesitzerin schildert ihrer Enkelin dann den Vorfall. Demnach hatte die Oma einen lauten Knall gehört, so als wäre eine Bombe eingeschlagen. Beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster war das Mündungsrohr direkt auf sie gerichtet.“ Eine Situation, in der einem schon mal das Blut in den Adern gefrieren kann. Doch die Tilsners hatten noch mehr Glück: Ein Stück weiter wären der Elektroschrank und die Gasleitung betroffen gewesen. Stefanie Ney rief ihre Mutter Manuela an, die ebenfalls in dem Haus wohnt, aber zum Zeitpunkt des Unfalls nicht zu Hause war. „Meine Tochter sagte: ,Mama, in deinem Vorgarten steht ein Panzer.’ Ich hab zuerst gedacht, die veräppelt mich“, schildert Manuela Ney den Anruf. Langsam drangen die Informationen ihrer Tochter zu ihr durch und sie begriff, was passiert war: „Nachdem dann geklärt war, dass den Großeltern nichts passiert war, galt meine erste Sorge unserem Hund: Wie geht’s Lucky?“ Die Bergung des mächtigen Fahrzeugs dauerte mehrere Stunden. „Die haben hier die Straße gesperrt und den Panzer dann herausgezogen“, beschreibt Stefanie Ney, die den spektakulären Unfall so schnell wohl nicht vergessen wird.

realisiert durch evolver group