Hier soll die Umgehungsstraße gebaut werden. - © Gemeinde Borchen
Hier soll die Umgehungsstraße gebaut werden. | © Gemeinde Borchen

Borchen Entlastungsstraße um Borchen lässt Wünsche offen

80 Prozent Fördermittel erwartet.

Karl Finke

Borchen. Die Planungen für eine östliche Entlastungsstraße für Nordborchen sind konkreter geworden. Nach ersten Überlegungen vor zwei Jahren hat das Bürener Planungsbüro Welling & Partner für die Streckenführung eine Variante weiter weg von der vorhandenen Wohnbebauung verortet. Die geplante Entlastungsstraße soll mit einem Kreisverkehr oberhalb der bekannte Spitzkehre auf der Paderborner Straße beginnen, die Wegelange kreuzen und oberhalb der Biogasanlage von Hubertus Franke auf die Kreuzricke münden. Auf diesem Wege wären die neuen Wohngebiete am Hessenberg ohne Ortsdurchfahrten zu erreichen. Und zwischen der heutigen Bebauung und der Entlastungsstraße könnte Borchen in den kommenden Jahren wahrscheinlich weiteres Wohnen entwickeln. Noch ist die erste Planungsvariante mit Abständen zur Wohnbebauung von teilweise unter hundert Metern nicht vom Tisch. In der nun neu vorgestellten weiter östlichen Streckenführung wächst die Entfernung auf "circa 150 bis 900 Meter", so Bürgermeister Reiner Allerdissen auf Anfrage der NW. Der Endpunkt an der Kreuzricke liegt genau gegenüber vom (ehemals) landwirtschaftlichen Betrieb eines Borchener Ratsherrn. Bei der öffentlichen Vorstellung der Planungen in der Sitzung des Bauausschusses nannte der Borchener Bürgermeister noch keine Kosten für den angestrebten Straßenbau. In den nächsten 10 Jahren realisierbar Allerdissen kalkuliert allerdings mit Zuschüssen vom Land Nordrhein-Westfalen in Höhe von 80 Prozent der Investitionssumme. Der Schallschutz soll bei den weiteren Planungen von Anfang an mitgedacht werden. "Er muss auf die Topographie abgestellt werden", so der Rathauschef. Der erste Bürger der Gemeinde geht von einem Realisierungszeitraum über die nächsten zehn Jahre aus. Wie offenbar die meisten Mitglieder des Bauausschusses zieht auch Allerdissen die Variante mit der größeren Entfernung zur heutigen Wohnbebauung vor: "Weiter weg macht Sinn." Keine Zustimmung fand in der Ausschusssitzung ein Antrag der Fraktion Die Freien (Wählergemeinschaft und FDP). Sie hatte einen Wunsch der Anlieger Am Sonneneck (siehe Infokasten) aufgegriffen, die seit Jahrzehnten die wachsende Blechlawine auf der direkt benachbarten Paderborner Straße (Landstraße 755) und den damit verbundenen Lärm ertragen müssen. Die Freien beantragten einen Trassenanschluss von Paderborn kommend bereits auf der Höhe an der Einmündung Am Knocken. "Das wäre ein Parallelstraße zur L 755", so Bürgermeister Allerdissen. Die Sonneneck-Anlieger um ihren Sprecher Karl Stümpel schlagen eine Verlegung der Landstraße ab der Scheune in ihrer Nähe vor, um einen Abstand zur Wohnbebauung zu schaffen. Eine Straßen-Verlegung könnte in den geplanten Kreisverkehr münden. Bei einem solchen Plan müsste allerdings der Landesbetrieb Straßen NRW mitziehen.

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