Warum die Flügel des Windrads brachen, untersuchen derzeit mehrere Experten. - © Gemeinde Borchen
Warum die Flügel des Windrads brachen, untersuchen derzeit mehrere Experten. | © Gemeinde Borchen

Borchen Menschlicher Fehler vermutlich Ursache für Windrad-Unfall bei Borchen

Die Untersuchungen zur Ursache laufen derzeit. Möglicherweise hat sich das Aufbauteam nicht an die Arbeitsanweisungen gehalten

Birger Berbüsse

Borchen. Spezialisten der Firma Enercon und ein unabhängiger Sachverständiger untersuchen derzeit, wie es zu dem Windrad-Unfall bei Borchen-Etteln kommen konnte. Laut Bauherr Westfalenwind Etteln könnte es sich um einen menschlichen Fehler gehandelt haben. Bis zur endgültigen Klärung hat der Kreis Paderborn den Wiederaufbau der Anlage untersagt. Westfalenwind geht davon aus, dass das von Enercon beauftragte Aufbauteam entgegen der „eindeutigen Arbeitsanweisungen" die Arretierung der Maschine gelöst habe, obwohl die Rotorblätter voll im Wind standen. Wie die Neue Westfälische bereits berichtete, brachte starker Wind den Rotor zum Drehen, woraufhin die 26 Tonnen schweren Rotorblätter gegen den Turm schlugen und dabei auseinander brachen. Sicherheitsmechanismen noch nicht installiert Die üblichen Sicherheitsmechanismen, die eine Überdrehzahl verhindern sollen, seien bei der noch im Bau befindlichen Maschine noch nicht installiert gewesen und hätten es zu diesem Zeitpunkt auch nicht sein müssen, betont Westfalenwind. Dem Unternehmen zufolge gebe es deshalb keinen Grund, die Sicherheit von Anlagen des Typs E-115 in Frage zu stellen. Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen hatte am Freitag einen Bau- und Betriebsstopp gefordert. Der Kreis Paderborn hat Betreiber Enercon aufgefordert, umgehend einen Prüfbericht zum Unfallhergang und zur Ursache vorzulegen. Außerdem müssen der Turm und das Fundament von einem zertifizierten Gutachter auf ihre Standfestigkeit hin überprüft werden. Diese könnte durch den Einschlag der Rotorblätter beeinträchtigt worden sein, bestätigte der Kreis auf Anfrage. Die Flügel und die Gondel müssen bis zum 6. April abgebaut werden. „Bis dahin bleibt die Anlage stillgelegt und darf nicht wiederaufgebaut werden", teilte die Genehmigungsbehörde mit. Unglücksstelle bleibt  vorerst gesperrt Aus Sicherheitsgründen bleibt der Bereich um die Unglücksstelle vorerst gesperrt. Da sich nach dem Vorfall Schaulustige nicht an die Absperrungen gehalten hätten, haben Westfalenwind und Enercon die Sicherheitskräfte personell verstärkt. Akut gefährdet sei außerhalb des Sicherheitsbereiches niemand, sagte das Unternehmen wohl mit Blick auf Befürchtungen von „Gegenwind Borchen". Die verstreuten Bruchstücke aus Glasfaser-Kunststoff werden unter Aufsicht von Fachleuten der Landwirtschaftskammer aufgesammelt und fachgerecht entsorgt. Der Kreis will auch Bodenproben ziehen lassen.

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