Borchen Kassenzulassung für Kinderärztin gewünscht

Bislang nur Privatbehandlungen: Bürgermeister setzt sich für niedergelassene Medizinerin ein

Borchen. Im Dezember 2016 eröffnete Silke Zilles ihre Praxis als Kinderärztin in Nordborchen. Bislang wird ihr die kassenärztliche Zulassung verwehrt. Bürgermeister Reiner Allerdissen sieht den Bedarf für eine solche Zulassung in Borchen. In einem offenen Brief an den Allgemeinmediziner Ulli Polenz (Paderborn), seit Anfang 2017 neuer Leiter der Bezirksstelle Paderborn der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, spricht Allerdissen von einem "dringender Bedarf an Kinderärzten" im Kreisgebiet und besonders in der Gemeinde Borchen. "Wie ich auf meine diesbezügliche Nachfrage inzwischen erfahren habe, hat Frau Dr. med. Zilles Interesse an einer kassenärztlichen Zulassung bekundet", so der Bürgermeister weiter. In der Gemeinde Borchen leben 2.663 Jungen und Mädchen unter 18 Jahren. "Die Tendenz ist steigend", so der Rathauschef, "da sich immer mehr junge Familien bei uns niederlassen." Weil derzeit in Borchen weitere Neubaugebiete erschlossen würde, werde sich diese Tendenz voraussichtlich verstärken. "Ich sehe es daher als meine Pflicht an, den Borchenerinnen und Borchenern eine optimale ärztliche Versorgung zu gewährleisten", so Allerdissen weiter. Weil nach den offiziellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Paderborn kein weiterer Bedarf an Kinderärzten besteht, kann Silke Zilles ihre Praxis in Nordborchen nur privatärztlich betreiben "und sich somit ihren Traum einer Praxis für Kinder und Jugendliche erfüllen", schreibt Allerdissen. Trotzdem die Kinderärztin nicht über eine kassenärztliche Zulassung verfüge, werde ihre Praxis "sehr gut angenommen", so der Bürgermeister - und weiter: "Oft erreichen mich Anfragen aus der Bevölkerung, die sich für eine Ausweitung der Praxis für Kassenpatienten aussprechen."

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