Optischer Höhepunkt an der Karpke: In den Kostümen aus dem Reich der Mitte steckten die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Sintfeld. Man achte auf den herrschaftlichen Kopfschmuck - und über allen thronte der Drachen. - © Reinhard Peters
Optischer Höhepunkt an der Karpke: In den Kostümen aus dem Reich der Mitte steckten die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Sintfeld. Man achte auf den herrschaftlichen Kopfschmuck - und über allen thronte der Drachen. | © Reinhard Peters

Bad Wünnenberg Sing Sang hebt in Fürstenberg das närrische Niveau

Rosenmontagszug: Die Karnevalisten räumen den Schnee weg und verzeichnen keinen Ausfall bei den angereisten Wagen und Fußgruppen auch aus der Ferne

Karl Finke

Bad Wünnenberg-Fürstenberg. Tiere, denen das Kostüm-Fell bis über die Ohren gezogen wurde, und Perückenträger waren bei diesen winterlichen Temperaturen eindeutig im Vorteil. Wer sich beim Rosenmontagszug in Fürstenberg nicht warm genug angezogen hatte, musste mit Bewegung, am besten mit Schunkeln oder Tanzen, nachhelfen. Trecker hatten frühmorgens den Schnee von den Straßen im Dorf geräumt. Und auch die weit angereisten Wagen aus Paderborn und erstmals aus Brilon-Alme (klasse Forellenkutter) ließen sich von den Wetterkapriolen nicht von ihrem Weg an die Karpke abhalten. "Wir haben keine Ausfälle", freute sich FCC-Präsident Uwe Feddermann, der am Mikrofon vor dem Rathaus den Narren am Straßenrand kundig alle Gruppen und ihre Hintergründe vorstellte. Quirliger Drache als optischer Höhepunkt Der Prinzenwagen von Nico I. Henneken zeigte selbstredend seine Geschichte: Auf vier Säulen wie Elefantenfüße ruhte ein Rund - ähnlich demjenigen, das die Tiere in der Manege zur Parade betreten. Also kein neuer, dritter Elefant - nach dem Motto von Prinz Vater 1993 und Prinz Opa 1968. Der 20-jährige Sohn und Enkel führte als Auszubildender der Stadt Büren deren Bürgermeister Burkhard Schwuchow zum ersten Mal auf den FCC-Ehrenwagen. Der zweite optische Höhepunkt ließ sich leicht ausmachen. Chinesinnen und Chinesen belebten mitsamt Pagoden, Rikschas und Lastenträgern das Sintfeld. Auch unter den neun Trägern eines 17 Meter langen quirligen Drachen befanden sich Sängerinnen und Sänger der Chöre Querbeat und Sintfeld-Corporation - mit dem selbstironischen Namen Sing Sang. Eine bunte Wagenbauer-Gruppe um den Vater des Fürstenberger Kinderprinzen Leo setzte einen amüsanten globalen wie lokalen sportlichen Akzent und könnte für den Kritikerpreis in Frage kommen. Mit Blick auf die bevor stehende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland präsentierten sie ein Spartak-Stadion. Es diente als Vorbild für "Kunstrasen in jedem Dorf" - eine in Bad Wünnenberg noch nicht zu Ende diskutierte Entwicklung. Dahinter kickten die kleinen Fußballer in Trikots von Italien und Holland - beide schon jetzt ohne Chance auf den Titel. Total lokal lief auch der Babyboom im Dorf mit. Und eine Hexe ritt in eine (Rathaus)Tanne über einem visionären Frauenparkplatz. Geblödelt wurde auch. Mit dem Namen der Metzgerei Vahle in Atteln warben junge Fleischliebhaber für Frikadellen vom Pferd - Motto: "Gestern noch geritten - heute schon mit Fritten." In der warmen, geschmückten Schützenhalle wurde anschließend noch lang und lustig gefeiert.

realisiert durch evolver group