Vor mehr als einem Jahr wurden drei Frauen in einem Supermarkt überfallen. - © picture alliance / dpa
Vor mehr als einem Jahr wurden drei Frauen in einem Supermarkt überfallen. | © picture alliance / dpa

Bad Wünnenberg Brutaler Supermarkt-Überfall: Zweiter Mann vor Gericht

Vor mehr einem Jahr wurden drei Frauen in einem Supermarkt überfallen. Jetzt steht der letzte mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Paderborn

Jutta Steinmetz

Bad Wünnenberg. Als zwei Männer am 17. Dezember 2016 einen Supermarkt in Bad Wünnenberg überfielen, machten sie mit etwa 4.000 Euro letztlich geringe Beute – vor allem vor dem Hintergrund, dass sie die drei Verkäuferinnen äußerst brutal angingen und sich die Justiz jetzt zum dritten Mal mit dem Fall beschäftigen muss. Nachdem einer der Räuber bereits im Mai vergangenen Jahres zu fünf Jahren Gefängnis und im August zwei weitere junge Männer, die bei der Flucht Hilfestellung geleistet hatten, zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt wurden, steht jetzt mit Mustafa R. der mutmaßliche zweite Täter vor der 1. Großen Strafkammer des Paderborner Landgerichts. Mit Klebeband gefesselt Wie berichtet, waren an diesem Dezembersamstag drei Mitarbeiterinnen in den Abendstunden kurz vor Ladenschluss in dem Supermarkt. Das hielt zwei Männer allerdings nicht von ihrem Vorhaben ab, sich mit Gewalt Geld zu beschaffen. Sie trennten die Verkäuferinnen, denen sie eine Softairpistole vorhielten, räumlich von einander. Während die Schichtleiterin einem der Täter erst Geld aus einer Kasse und sodann auch aus dem Tresor übergeben musste, wurden ihre Kolleginnen sofort mit Klebeband gefesselt. „Runter, sonst Kopf kaputt", forderten die Räuber immer wieder von den Frauen, nur nach unten zu schauen, halfen sogar mit Schlägen in den Nacken nach. Als rund 4.000 Euro in einem Rucksack verstaut waren, wurde die Schichtleiterin ebenfalls gefesselt. Bevor sie flohen, sprühten die Männer ihren drei Opfern Pfefferspray ins Gesicht. Trotzdem konnte eine der Frauen erst sich selbst, dann ihre Kolleginnen befreien und die Polizei verständigen. Treffer in der DNA-Datenbank Während einer der Täter einige Stunden später in einem Bus festgenommen werden konnte, blieb sein Spießgeselle unentdeckt. Ein Treffer in der DNA-Datenbank – am Tag nach dem Überfall war die Bekleidung der Räuber in einem Wald gefunden worden – brachte die Ermittler aber auf die Spur von Mustafa R., der später in Belgien festgenommen werden konnte, allerdings zu den Vorwürfen schweigt. Und so erhofft sich die 1. Große Strafkammer Aufschlüsse von dem bereits rechtskräftig verurteilten Täter. Der 24-Jährige hatte bei seiner Festnahme Unterlagen bei sich gehabt, die die Ermittler gleichfalls Mustafa R. zuordneten. Da der junge Mann gestern trotz erfolgter Ladung nicht aus der Justizvollzugsanstalt, in der er seine Strafe bereits absitzt, vorgeführt wurde, wollen die Richter am 29. Januar erneut in diesem Fall verhandeln. Dann werden sie voraussichtlich ihr Urteil sprechen.

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