Das Geld ist weg: Nach dem Blick in die Zeitung, wissen Dieter (Benjamin Schöttler), Markus (Jörg Bettermann) und Waldemar (Felix Schmidt) (von links), dass ihre Aktien nichts mehr wert sind. - © Dietmar Gröbing
Das Geld ist weg: Nach dem Blick in die Zeitung, wissen Dieter (Benjamin Schöttler), Markus (Jörg Bettermann) und Waldemar (Felix Schmidt) (von links), dass ihre Aktien nichts mehr wert sind. | © Dietmar Gröbing

Bad Wünnenberg Ohne Cash nach Börsencrash in Bad Wünnenberg

Dreiakter: Wünnenberger Theatergruppe zeigt die Komödie „Warum klauen wir nicht die ganze Bank?“ 
Das Achtpersonenstück wird noch insgesamt neunmal aufgeführt

Dietmar Gröbing

Bad Wünnenberg. Männer und Frauen streiten gern. Bevorzugt im Urlaub, weil man entgegen des üblichen Alltags beinah 24 Stunden aufeinander hängt. Die Folge: mehr oder weniger dramatische Konflikte. Die spielen auch in dem aktuellen Stück der Wünnenberger Theatergruppe eine Rolle. Seit Dienstag führt das Ensemble die Komödie „Warum klauen wir nicht die ganze Bank?" im Gasthof Bonefeld (Mittelstraße 6) auf. Der Bühnenbau des Vereinslokals erwächst in den kommenden Wochen zum Ferienort. Genauer gesagt zum Campingplatz, auf dem drei Paare Entspannung suchen. Doch daraus wird nichts, denn die Herren (Felix Schmidt, Benjamin Schöttler, Jörg Bettermann) haben sich bei hochriskanten Finanzspekulationen verzockt. Ihr avisiertes Gewinnstreben geht ebenso den Bach runter wie ihre Launen. Erst recht, als die Damen (Marjolijn Buurs, Franziska Heller, Bianca Opalla) Wind von der Aktion bekommen. Entrüstet verlässt das weibliche Trio den Campingplatz, woraufhin den Herren die vermeintlich rettende Idee kommt. Da die Wünnenberger „Maikäferbank" aufgrund von Renovierungsarbeiten einen Teil ihrer Geschäftsstelle in einen Wohnwagen verlagert hat, wird dieser gestohlen und im Handumdrehen gegen den eigenen ausgetauscht. Die versehentlich gekidnappte Bankangestellte (Marie Bettermann) sorgt für zusätzliche Turbulenzen, da sie vor den früher als geplant zurückkehrenden Ehefrauen versteckt werden muss. Und die unermüdlich schnüffelnde Quasselstrippe Lydia (Magdalena Ripe) lässt ebenfalls nicht locker. Sozialkritische Seitenhiebe peppen das Stück auf Nach ihrem letztjährigen Ausflug in Richtung der griechischen Tragödien ist die Wünnenberger Laienspieltruppe mit ihrem neuen Stück zurück in der Gegenwart. Und mittendrin im täglichen Kleinkrieg zwischen Mann und Frau. Der ist so alt wie die Menschheit und kommt vielleicht auch deshalb nicht aus der Mode. Also hat Autor Jonas Jetten einen Dreiakter um den ewigen Kampf der Geschlechter verfasst. Aufgepeppt ist das Ganze mit Seitenhieben auf Deutschtümelei, Turbokapitalismus und Gewinnstreben. Die kriminelle Energie des Durchschnittsbürgers wird ebenso deutlich thematisiert. Eine funktionale Mischung, die die Wünnenberger Schauspielgruppierung gekonnt für ihre Zwecke nutzt. Variantenreich, spielfreudig und pointiert setzen die Damen und Herren die Vorlage in Szene. Die bietet reichlich Wiedererkennungs- und Identifikationspotenzial. Weil die Figuren alltagsnah und mehrheitstauglich angelegt sind. Trotz aller Macken und Schrullen fiebert man mit ihnen. Auch das ist ein Verdienst der engagierten Akteursriege. Weitere Aufführungen in Bad Wünnenberg: 5., 13., 14., 20., 21., 27. und 28. Januar sowie 3. und 4. Februar. Die sonntäglichen Vorstellungen beginnen jeweils um 16 Uhr, alle übrigen Aufführungen jeweils um 20 Uhr. Eintrittskarten können vorab bestellt werden unter Tel. (0175) 
3 38 45 37.

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