Haben ausreichend Streusalz im Rücken: Während das Lager gut gefüllt ist, werben in der Autobahnmeisterei Bad Wünnenberg (v. l.) Friedhelm Erftemeier, Heinz Sasse und Sascha Müller für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr. - © Nicole Hille-Priebe
Haben ausreichend Streusalz im Rücken: Während das Lager gut gefüllt ist, werben in der Autobahnmeisterei Bad Wünnenberg (v. l.) Friedhelm Erftemeier, Heinz Sasse und Sascha Müller für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr. | © Nicole Hille-Priebe

Bad Wünnenberg Im Winter haben die Helfer im Straßenverkehr im Kreis Paderborn besonders viel zu tun

Die guten Geister der Autobahn

Nicole Hille-Priebe

Bad Wünnenberg-Haaren. Über Nacht hatte sich der Wald zwischen Wewelsburg und Haaren ein weißes Kleid angezogen - das perfekte Ambiente also für einen Besuch bei der Autobahnmeisterei, deren Dienste bei diesen Witterungen wie jedes Jahr besonders gefragt sind. "Wenn man wie heute den Schnee sieht, passiert weniger auf den Straßen. Aber wenn man die Glätte nicht sieht, wird es gefährlich", sagt Friedhelm Erftemeier. Der Chef der Autobahnmeisterei nutzt die Gelegenheit, um gemeinsam mit dem ADAC-OWL-Vorstand Heinz Sasse und dem "Gelben Engel" Sascha Müller auf die Gefahren im winterlichen Straßenverkehr aufmerksam zu machen und nicht nur Tipps zur Vermeidung von Unfällen zu geben, sondern auch um Verständnis zu werben für die Arbeit der Frauen, und Männer in Orange, die auf den Autobahnen häufig ihr Leben riskieren, um anderen zu helfen. Ausreichender Sicherheitsabstand Kurz vor dem Weihnachtsfest appellieren die Vertreter des ADAC an alle Autobahnnutzer, mehr Verständnis und Toleranz für die Arbeit der Straßenwärter zu zeigen. Auf dem Wunschzettel von Betriebsdienstleiter Erftemeier stehen an erster Stelle ein ausreichender Sicherheitsabstand zu den Arbeitenden sowie eine angepasste Geschwindigkeit vor allem in Baustellenbereichen. Ein leidiges Dauerthema bleibt für die Autobahnprofis die Bildung einer Rettungsgasse bei Stau, die nicht nur bei den Einsatz- und Rettungsfahrzeugen, sondern auch bei den Räumfahrzeugen im Winterdienst für freie Fahrt sorgen soll. Eigentlich. "Häufig wird für Rettung und Polizei zwar eine Rettungsgasse aufgemacht, hinter ihnen aber sofort wieder geschlossen. Die Leute vergessen, dass wir da auch noch durchmüssen, um die Unfallstelle aufzuräumen - denn vorher wird die Autobahn nicht für den Verkehr freigegeben und der Stau kann sich nicht auflösen", erklärt Erftemeier. Auch Sascha Müller gehört zu jenen, die unter der Rücksichtslosigkeit zu leiden haben, etwa wenn abgebrühte Fahrer die Rettungsgasse zum Durchfahren nutzen. Stress und Hektik auf der Straße "Weil sie sich darüber ärgern, machen andere Fahrer die Gasse dann wieder zu, mit dem Ergebnis, dass wir auch nicht durchkommen", berichtet der ADAC-Mitarbeiter. "Der Stress und die Hektik auf der Straße sind ein gesellschaftliches Problem. Wenn es schneit, sollte man einfach zehn Minuten eher losfahren." Auch die Absicherung von Pannenfahrzeugen sei regelmäßig ein leidiges Thema. Nicht nur, dass liegengebliebene Fahrzeuge häufig nicht oder unzureichend mit einem Warndreieck sichtbar gemacht werden - auch die Eigensicherung durch Verlassen des Fahrzeugs und Schutzsuche hinter der Leitplanke werden häufig nicht beachtet. In vielen Fällen wird das Warndreieck dann auch noch vergessen - rund 50 Stück räumt alleine die Autobahnmeisterei Bad Wünnenberg pro Jahr von der Straße. Zurzeit liegt dort das Augenmerk aber eher auf dem Winterdienst. "Bereits im November haben wir 150 Tonnen gestreut, im Dezember haben wir schon jetzt 1.000 Tonnen erreicht", sagt Erftemeier. Mit 3.200 Tonnen hat er aber genug Streugut auf Lager, um sicher über den Winter zu kommen.

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