Ein Mann aus Bad Lippspringe musste sich nun vor dem Landgericht Paderborn verantworten. - © picture alliance / dpa
Ein Mann aus Bad Lippspringe musste sich nun vor dem Landgericht Paderborn verantworten. | © picture alliance / dpa

Bad Lippspringe Bewährungsstrafe: Bad Lippspringer vermittelt Drogengeschäfte

Richter erkennen auf Beihilfe. Als Auflage muss der Verurteilte 200 Sozialstunden ableisten

Jutta Steinmetz

Bad Lippspringe. Ein Freundschaftsdienst hätte um ein Haar einem 32-Jährigen aus Bad Lippspringe eine Gefängnisstrafe eingebracht. Vor zwei Jahren hatte er nämlich einem Bekannten anderthalb Kilo Amphetamine vermittelt. Dadurch geriet er in den Verdacht, ein Drogenhändler zu sein. Am Mittwoch fand der Fall für Sadik H. (Name geändert) vor dem Landgericht Paderborn ein glückliches Ende. Eigentlich hatte Sadik H. 2015 mit dem Thema Drogen abgeschlossen. Marihuana war schon lange kein Thema mehr und den Amphetaminen sagte er „Adieu", als er just ihretwegen seinen Führerschein verlor. Mit Hilfe eines Drogenprogrammes war der Lippspringer wieder auf der richtigen Spur, fand auch eine neue Anstellung. Doch als ihn ein Bekannter aus Detmold nach seinen alten Verbindungen in die Szene fragte, gab er nicht nur die Telefonnummer seines ehemaligen Pillen-Lieferanten heraus. Er ließ sich auch dazu überreden mitzukommen, als anderthalb Kilo Amphetamine ihren Besitzer wechselten. Angeklagter erhielt nichts für seine Begleitung Als „Vertrauensperson" habe Sadik H. dabei sein sollen, erklärte der Detmolder. Schließlich seien ihm die Lieferanten ja völlig fremd gewesen und „ich hatte viel Geld dabei". 3.500 Euro ließ sich der Lipper die Pillen kosten, während der Angeklagte nichts für seine Begleitung erhielt. Sadik H. habe ja mit Geschäft nichts zu tun gehabt, sagte der Zeuge. „Er hat das als Freundschaftsdienst angesehen." Etwas anderes sei nicht nachzuweisen, stellte die 1. Große Strafkammer am Ende der Beweisaufnahme fest. Denn auch der Polizeibeamte, der dem Geschäft auf die Spur gekommen war, hatte Sadik H. nur als „Vermittler" wahrgenommen. Selbst ohne Lohn galt das aber dem Gericht als strafbar. Es schätzte, wie von Anklägerin Sabrina Klein beantragt, das Tun des Lippspringers als Beihilfe zum Drogenhandel ein und verhängte eine 20-monatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage muss Sadik H. 200 Sozialstunden ableisten. Das sei ihm, da er zurzeit eine Teilzeitanstellung habe, gut möglich, sagten die Richter. Dass der 32-Jährige die Bewährungszeit durchsteht, halten sie für wahrscheinlich. Schließlich liegt seine einzige Verurteilung fast neun Jahre zurück und auch damals nutzte er die Bewährung als Chance.

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