Gartenschau-Maskottchen: Lippolino. - © Marc Köppelmann
Gartenschau-Maskottchen: Lippolino. | © Marc Köppelmann

Bad Lippspringe Landesgartenschau in Bad Lippspringe zur Halbzeit „voll im Plan“

Zwischenbilanz: Nach 93 Tagen bereits 284.762 Besucher gezählt. Bis zu 6.000 Besucher erfreuen sich täglich an Blumenpracht und Waldidylle

Ralph Meyer

Bad Lippspringe. Eine positive Halbzeitbilanz der Landesgartenschau ziehen Bad Lippspringes Bürgermeister Andreas Bee und die Geschäftsführung. Mit 284.762 Besuchern ist die Rechnung bislang mehr als aufgegangen und das anvisierte Ziel von 480.000 Besuchern nach 187 Tagen erscheint der Geschäftsführung trotz mancher Kritik an den Eintrittspreisen absolut realistisch. Dann würde die rund 8,5 Millionen Euro teure Gartenschau zumindest mit einer schwarzen Null abschließen. In allen zentralen Kennzahlen hat die Landesgartenschau bislang die Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen. Auch das Ziel, die Stadt Bad Lippspringe nachhaltig aufzuwerten, ist bislang gelungen, resümiert Bürgermeister Andreas Bee und spricht von einem „wiedererstarkten Wir-Gefühl" in der Badestadt und der gesamten Region. Rund 350 Ehrenamtler kümmern sich um die Gartenschau. „Wir haben auf die richtige Karte gesetzt", freut sich Bee. Erika Josephs, Stadtkämmerin und Gartenschaugeschäftsführerin, ist begeistert über die hohen Medienwerte. „Mit mehr als 4.000 Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften sowie 2.000 Beiträgen in Online-Foren geht die bis dato einmalige Medienresonanz weit über Nordrhein-Westfalen hinaus", so Josephs. Auch zahlreiche Tagungen und Kongresse haben sich die Badestadt als Veranstaltungsort ausgesucht. Vorbereitung auf Kamp-Lintfort Auch bei Gruppen punktet die Landesgartenschau. 1.461 Führungen, 1.378 Busgruppen und 817 Kurse im Grünen Klassenzimmer haben die Erwartungen bislang mehr als erfüllt, berichtet Geschäftsführer Heinrich Sperling, der bereits an einem Tag pro Woche die nächste Gartenschau in Kamp-Lintfort vorbereitet. Auch die logistische Seite der Gartenschau hat bislang gut funktioniert, so Geschäftsführer Ferdinand Hüpping. Die Kapazität der Parkplätze sei stets ausreichend und auch der Shuttleservice ermögliche eine „Gartenschau der kurzen Wege". Kinderkrankheiten der ersten Wochen, die Hüpping „marginal" nannte, seien schnell ausgemerzt worden. Die täglichen Besucherzahlen pendelten bislang zwischen 711 und 5.991 am Donnerstag dieser Woche. Besonderes Plus: Das weitläufige Waldgelände ermöglicht auch an heißen Tagen einen angenehmen Gartenschaubesuch. Inzwischen laufen auch die Planungen für die Zeit nach der Gartenschau an: Während der Arminiuspark im Oktober wieder rückgebaut wird, bleibt das 30 Hektar große Waldareal erhalten und wird künftig ganzjährig bewirtschaftet. Auch ein attraktives Veranstaltungsprogramm ist in Planung. Kommentar Elan mit in die Zukunft nehmen Von Matthias Bungeroth Es war anfangs ein Experiment, das Zweifler auf den Plan rief. Eine Landesgartenschau (LGS) in Bad Lippspringe, einer Kurstadt mit lediglich 16.000 Einwohnern? Das schien nicht wenigen etwas zu ambitioniert. Nun legen die Veranstalter des Großereignisses ihre Halbzeitbilanz vor und können mit Fug und Recht behaupten: Ihre Rechnung ist bislang aufgegangen. Allen Diskussionen um die Höhe der Eintrittspreise zum Trotz hat sich die Qualität der LGS weitgehend durchgesetzt. Setzt sich die Resonanz in den kommenden Monaten fort, wird die LGS betriebswirtschaftlich zumindest mit einer schwarzen Null abschließen. Ein Ziel, das nicht leicht zu erreichen ist für die kleinste Stadt, die jemals eine LGS ausgerichtet hat. Der Hauptgrund für diesen Umstand dürfte darin liegen, dass zunächst die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger selbst voll hinter der LGS stehen. Gut 10.400 verkaufte Dauerkarten sprechen eine deutliche Sprache. Zudem wurden jahrelange Bauarbeiten klaglos hingenommen. Das Ergebnis ist ein völlig neu erschlossener Kurwald, ein rundum erneuerter Kurpark und eine grundsanierte City. Pfunde, mit denen Bad Lippspringe auch in Zukunft wuchern kann und muss. Aktuell werben Hotels intensiv mit den Vorzügen des neu gestalteten Gesundheitsstandorts Bad Lippspringe. Diesen Elan muss man aufrechterhalten. Dann wird die Stadt Bad Lippspringe nachhaltig Nutzen aus den Errungenschaften der LGS ziehen können. Kontakt zum Autor

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