Idyllisch ist's hier: Die Qualitäten des Schwimmbads sind offenbar nicht nur Jörg Hanfland, Bad-Betriebsleiter des Freibads Bad Lippspringe, sondern auch der Chefetage der Westfalen-Therme aufgefallen. - © Jens Reddeker
Idyllisch ist's hier: Die Qualitäten des Schwimmbads sind offenbar nicht nur Jörg Hanfland, Bad-Betriebsleiter des Freibads Bad Lippspringe, sondern auch der Chefetage der Westfalen-Therme aufgefallen. | © Jens Reddeker

Bad Lippspringe Bad Lippspringer Thermal-Freibad steht vor Übernahme

Eine Vertragsklausel macht's möglich: "Stork Hotels & Thermen"-Geschäftsführer Robin Stork befindet sich in Gesprächen mit Verwaltung und Kommunalpolitik. Für die Liegewiese hat das Unternehmen besondere Pläne

Svenja Ludwig

Bad Lippspringe. Ab heute können Wasserratten im Bad Lippspringer Freibad wieder ihre Bahnen ziehen und sich nach erfülltem Tagwerk - so das Wetter es zulässt - auf der Liegewiese trocknen lassen. Bald werden die Freibadgäste aber möglicherweise weniger Platz zum Brutzeln in der Sonne haben. Das vielleicht bekannteste Bad der Bäderstadt hat wohl einen Blick auf ein Stück Grün des Freibads geworfen. "Wir sind im Gespräch mit der Stadt, um einen Teil des Geländes zu kaufen, um unseren Saunagarten zu erweitern", bestätigt Westfalen-Therme-Junior-Geschäftsführer Robin Stork gegenüber der Neuen Westfälischen. Es ginge um einen Teil der Liegewiese. "Da sind wir ziemlich weit in den Verhandlungen", so Stork weiter. "Im Rahmen der Gespräche zur zukünftigen Entwicklung der Therme wurde aufgrund der technischen Verzahnung auch über die Entwicklung des Freibades gesprochen", berichtet Stork in einer Mail an die Redaktion: "Hierbei kam auch eine alte Klausel aus dem Erbpachtvertrag von 1986 zur Sprache, in der Heribert Stork das Freibad zum nächstmöglichen Zeitpunkt übernehmen sollte." Bei Heribert Stork handelt es sich um den Gründer sowie Geschäftsführer von Stork Hotels & Thermen und den Vater von Robin Stork. "Auf Basis dieser Klausel sind wir im Gespräch, ob und wie eine Übernahme des Freibades oder vielleicht auch nur die Übernahme des Betriebs Sinn machen können", so Stork junior. Entschieden sei bislang jedoch noch nichts. "Es gibt Gespräche mit der Westfalen-Therme" Bürgermeister Andreas Bee wollte sich bei diesem Thema offenbar nicht in die Karten schauen lassen: "Wenn man sagt, die Stadt will das Freibad verkaufen, kann man das ganz eindeutig nicht bejahen." Eine inbrünstige Zurückweisung klingt wohl anders. Zumal Bee fortfährt: "Das Freibad ist seit Jahren ein Zuschussgeschäft, da muss man links, rechts und auch über den Tellerrand gucken." Es gebe, so Bee, keine Denkverbote. Die Verhandlungen würden laut Stork mit Verwaltung und den Fraktionsvorsitzenden geführt. Während sich Gerda Werth, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, nicht zu der Thematik äußern wollte, erklärte Martin Schulte (CDU) auf NW-Anfrage: "Es gibt Gespräche mit der Westfalen-Therme". Die Therme wolle sich erweitern. In diesem Zusammenhang sei auch über einen Kauf des gesamten Freibads gesprochen worden, so Schulte. "Es hat aber auch schon früher Gespräche gegeben, die eingeschlafen sind", gibt der Christdemokrat zu Bedenken. Der Ausgang dieses Mal sei ungewiss.

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