Probieren geht über Studieren: Bert Hobert lässt als Inge-Meysel-Double die eigene Wadenfestigkeit von einem Sitzungsgast testen - und kommt damit offensichtlich an. - © Dietmar Gröbing
Probieren geht über Studieren: Bert Hobert lässt als Inge-Meysel-Double die eigene Wadenfestigkeit von einem Sitzungsgast testen - und kommt damit offensichtlich an. | © Dietmar Gröbing

Bad Lippspringe Bad Lippspringe feiert Karneval beim Frühschoppen

Neues Konzept: In Bad Lippspringe lockt der erstmals abgehaltene Karnevalsfrühschoppen rund 300 kostümierte Jecken ins närrisch präparierte Schützenhaus

Dietmar Gröbing

Bad Lippspringe. Wenn neuer Wein durch alte Schläuche fließt, kann das durchaus eine schmackhafte Sache sein. Einen vollmundigen Schluck aus der Pulle konnte die Bad Lippspringer Öffentlichkeit am Sonntagmittag zu sich nehmen. Hintergrund war die erstmals als Frühschoppen abgehaltene Karnevalssitzung im Schützenhaus. Wenige Stunden nach Beendigung des Kinderkarnevals standen die Erwachsenen im Mittelpunkt. Und mit ihnen das ausgegebene Motto "Karneval im (K)Urwald". Gemäß der Vorgabe verwandelte sich das Schützenhaus in einen belebten Dschungel, in dem Mensch und Tier auf jecke Weise miteinander fusionierten. So waren die Verkleidungen der Karnevalisten auf den Urwald und seine Bewohner abgestimmt. Kängurus, Giraffen, Papageien und Affen bevölkerten den Hallenbau, was das Auditorium zu einem überdachten närrischen Zoo werden ließ. Alle Gattungen amüsierten sich darin köstlich, denn das gebotene Programm hielt die Stimmung am oberen Limit. Unterfüttert war die Matinee-Party mit Comedy-Einlagen, musikalischen Darbietungen und tänzerischen Glanzlichtern. Während die Partyband "Relax" für den klingenden Part zuständig war, bereicherten die Junioren-Funkengarde, die Gruppe "Swit", die Kolping-Garde und das Elsener Männerballett die Agenda mit Hilfe aufwendiger wie ausgeklügelter Tanznummern. Zwischendrin gab es Büttenreden, Sketche und komödiantische Einlässe zu goutieren. Lieder und Witze So stieg Erik Ernst unerschrocken in die bereitgestellte Bütt, die "Mädels vom Süderhof" lästerten genüsslich über Sex im Alter und Bert "Hobi" Hobert war als Inge-Meysel-Double zu sehen und zu hören. Eine knappe halbe Stunde unterhielt Hobert die Anwesenden mit Liedern und Witzen. Beispielsweise über die örtlichen Grünröcke. Demnach sei Hobert vor kurzem in den Bad Lippspringer Schützenverein eingetreten. Einleuchtende Begründung: "Ich wollte Schießen lernen und Freunde treffen." Einer dieser Freunde könnte Oberst Josef Thöne werden. Thöne freute sich nicht nur über Hoberts Auftritt, sondern auch über den guten Zuspruch. Rund 300 Karnevalisten hatten zur Mittagsstunde ins Schützenhaus gefunden. Darunter viele Seniorinnen und Senioren, die laut Josef Thöne "ansonsten nicht gekommen wären". Den älteren Herrschaften gefiel das neue Konzept ausnehmend gut, war man doch "mit Spaß und Freude bei der Sache".

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