Gestochen scharfe Bilder: Benedikt J. Folz (links) demonstriert an einem Modell, wie gut die Bildqualität des neuen Endoskopiesystem auf dem großen Monitor ist. Über die moderne Errungenschaft freuen sich auch André Hörsken (Mitte) und Jörg Bachmann. - © Heiko Appelbaum
Gestochen scharfe Bilder: Benedikt J. Folz (links) demonstriert an einem Modell, wie gut die Bildqualität des neuen Endoskopiesystem auf dem großen Monitor ist. Über die moderne Errungenschaft freuen sich auch André Hörsken (Mitte) und Jörg Bachmann. | © Heiko Appelbaum

Bad Lippspringe Optische Revolution im OP

Medizin: HNO-Klinik Bad Lippspringe arbeitet mit hochauflösendem Endoskopiesystem 
und will Patienten damit Eingriffe erträglicher machen

Bad Lippspringe. Wenn Benedikt J. Folz, Chefarzt der HNO-Klinik in Bad Lippspringe, über die neueste medizin-technische Errungenschaft seines Krankenhauses spricht, gerät er ins Schwärmen: „Das ist eine optische Revolution", wird der Arzt in einer Mitteilung des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe zitiert. Er meint mit seiner Beschreibung das neue Endoskopiesystem mit 4K-Bildstandard. In der Unterhaltungselektronik sind hochauflösende Bilder längst Standard. Die Medizintechnik greift die technischen Möglichkeiten nun auch in der Endoskopie auf. Ärzte der Bad Lippspringer HNO-Klinik erhalten jetzt mithilfe scharfer Kamerabilder höchst detaillierte Einblicke in das Körperinnere der Patienten. Dementsprechend begeistert sind die Kollegen von Folz: „Das Endoskopiesystem öffnet sprichwörtlich neue Horizonte", sagt Jörg Bachmann, Leitender Oberarzt der Klinik. Im Blick haben die Mediziner dabei das Wohl der Patienten. Vor allem Menschen mit Tumorverdacht profitieren von der zukunftsweisenden Technik. „Wir können jetzt sehr viel genauer gesundes und krankes Gewebe voneinander abgrenzen, was Eingriffe vereinfacht", sagt Folz. „Muss ein Tumor entfernt werden, können wir das benachbarte Gewebe besser schonen, was den Eingriff für den Patienten weitaus erträglicher macht." „Bei der Tumorentfernung geht es um Millimeter" Rund 200 Patienten mit einer neu aufgetretenen Tumorerkrankung im HNO-Bereich werden jährlich in der Lippspringer Klinik behandelt. Hinzu kommen Tumorpatienten in der Nachsorge. Bei einem Tumorverdacht untersuchen die Ärzte in jedem Fall großflächig. Dabei kommt das Endoskop zum Einsatz. „Wir müssen ganz sicher gehen, dass unsere Diagnostik hundertprozentig ist", sagt Bachmann. „Bei der Tumorentfernung geht es um Millimeter." Um das Kamerasystem fit für den Einsatz in Kliniken zu machen, mussten die Entwickler ganz klein denken: Der Kamerakopf ist kaum größer, als ein Kugelschreiber. So sind auch endoskopische Bilder aus dem Körperinneren, etwa von den Stimmlippen im Kehlkopf, möglich. Die Bilder werden in Echtzeit auf einen großen Bildschirm übertragen. Die Anschaffung des Endoskopiesystems ist mach MZG-Angaben Teil einer Qualitätsoffensive innerhalb der Karl-Hansen-Klinik, zu der die HNO-Klinik gehört. „Unser Ziel ist es, Patienten die bestmögliche Diagnostik anzubieten", sagt Folz. „Damit wollen wir unseren Stellenwert als führende HNO-Klinik in OWL weiter untermauern." Dass dies auch bei den Patienten gut ankommt, bestätigt der OP-Leiter André Hörsken: „Im Rahmen der Patientengespräche informieren wir immer über die von uns eingesetzte Technik. Das gibt den Patienten Sicherheit und beruhigt sie."

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