Eigentümerwechsel: Das Medizinische Zentrum für Gesundheit erwirbt in Bad Lippspringe Gebäude und Parkanlage des Hospitals zum Heiligen Geist. - © Archivfoto: Jens Reddeker
Eigentümerwechsel: Das Medizinische Zentrum für Gesundheit erwirbt in Bad Lippspringe Gebäude und Parkanlage des Hospitals zum Heiligen Geist. | © Archivfoto: Jens Reddeker

Bad Lippspringe Historisches Hospital wird moderne Reha-Klinik

Einstimmiges Votum der Gesellschafter: Bad Lippspringer MZG kauft Hospital zum Heiligen Geist von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vincenz von Paul. Umbau erfolgt 2019. Kapelle bleibt erhalten

Andreas Götte

Bad Lippspringe. Millioneninvestition in den Gesundheitsstandort Bad Lippspringe: Das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) hat zum 1. Januar 2019 das Hospital zum Heiligen Geist am nordwestlichen Stadtrand inklusive Parkanlage von der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vincenz von Paul mit Sitz in Paderborn erworben. Damit sollen die Weichen für Wachstum im Bereich der Rehabilitation gestellt werden. Über die Kaufsumme wurde laut MZG Stillschweigen vereinbart. Das Gelände ist 77.393 Quadratmeter groß, die Gebäude haben eine Nutzfläche von 15.017 Quadratmetern. Das Votum der Gesellschafterversammlung unter Vorsitz von Bürgermeister Andreas Bee für den Kauf fiel einstimmig aus. Auf das Gelände hatten vor längerer Zeit auch die Bad Lippspringer Schützen ein Auge geworfen. „Als Träger des MZG kann ich das einstimmige Votum nur begrüßen", so Bürgermeister Andreas Bee gegenüber der Neuen Westfälischen. Das Hospital zum Heiligen Geist sei eine wichtige Liegenschaft in Bad Lippspringe. Das Vorhaben passe zum Gesundheitsstandort. Reha-Klinik mit 190 Zimmern Im Jahr 2019 will das MZG das Hospital für elf Millionen Euro in eine moderne Rehaklinik mit 190 Zimmern umbauen. Ab dem Jahr 2020 sollen dann alle Bereiche der Psychosomatik unter einem Dach zu finden sein. Dazu zählt auch die derzeit noch in der Klinik am Park untergebrachte Klinik für Abhängigkeitserkrankungen sowie das Kompetenzzentrum für Medizinisch-Beruflich Orientierte Rehabilitation (KoMBOR) im Adaptionshaus. Damit vereint das MZG alle Indikationen unter der Leitung von Chefärztin Regina von Einsiedel unter einem Dach. „Das Ganze ist für uns bei unserem räumlichen Engpass einGlücksfall", so MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer gegenüber der NW. Das Gebäude sei in einem hervorragenden Zustand und es könne während eines Leerstands umgebaut werden. Die vorhandenen Räumlichkeiten sollen zu Patientenzimmern umgebaut werden. Zudem muss die technische Ausstattung auf den aktuellen Stand gebracht werden. Achim Schäfer rechnet mit 70 zusätzlichen Betten und einer Neuanstellung von Medizinern im zweistelligen Bereich. Seit 2011 hat sich die Auslastung des MZG um fast 40 Prozent gesteigert und ist weiter auf Wachstumskurs. Ein weiterer Nebeneffekt: Durch den Umzug werden in der Klinik Martinusquelle Flächen frei, die für die Erweiterung der Fachkliniken für Pneumologie sowie für die Kardiologie benötigt werden. Die Klinik Martinusquelle mit ihren Indikationen Herz, Lunge und Psychosomatik ist seit Monaten sehr gut ausgelastet. Generaloberin Schwester M. Katharina Mock freut sich darüber, dass „mit dem MZG ein Interessent den Zuschlag bekommen hat, der das Hospital in einer Form nutzt, für die es immer vorgesehen war: Menschen zu helfen." Die zum Ensemble gehörende Kapelle bleibt erhalten und soll auch für Gottesdienste genutzt werden. Lediglich der Altar wird entnommen. Hierfür suchen die Schwestern noch einen neuen Standort. Auch der Friedhof auf dem Areal wird weiter von den Vincentinerinnen genutzt und soll einen separaten Eingang erhalten. Das Hospital zum Heiligen Geist wurde 1925/26 erbaut, damit Ordensschwestern aus der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vincenz von Paul, die sich während ihres Dienstes an kranken Menschen vor allen Dingen mit TBC infiziert hatten, hier behandelt werden konnten. Von 1941 bis 1945 diente das Hospital der deutschen Wehrmacht als Lazarett. In den 60er-Jahren wurde es in ein Haus für Ordensschwestern umgewandelt. 1997 wurde der Wohnbereich für betagte Ordensschwestern durch einen Anbau erweitert. Wegen Überalterung und Nachwuchsmangels zieht die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern ihre Ordensschwestern aus dem Hospital zum Heiligen Geist ab. Derzeit leben dort noch 50 Schwestern.

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