Lassen sich fahren: Emil und Amelie sitzen in einem Bollerwagen, die der Förderverein auf der Landesgartenschau verleiht. - © Franz Purucker
Lassen sich fahren: Emil und Amelie sitzen in einem Bollerwagen, die der Förderverein auf der Landesgartenschau verleiht. | © Franz Purucker

Bad Lippspringe Spielplatztest auf der Landesgartenschau

Lea (13 Jahre), Amelie (6 Jahre) und Emil (2 Jahre) probieren die Kinderattraktionen in Bad Lippspringe aus / Geheimtipps liegen im eintrittsfreien Bereich

Franz Purucker

Bad Lippspringe. Die Planer der Landesgartenschau in Bad Lippspringe wollen neben den üblichen Besuchern vor allem Familien mit Kindern erreichen und haben dafür die Fantasiewelten der Elfen und Trolle nachempfunden. Lea (13), Amelie (6) und Emil (2) unternehmen ihren persönlichen Spielplatztest. Beim Blick auf den Geländeplan sind die Kinder zunächst irritiert: „Soweit müssen wir zu den Spielplätzen laufen?" Doch der Schreck endet schon kurz nach dem Eingang. Der Förderverein verleiht dort kostenlos Bollerwagen an lauffaule Kinder, die mit Papas Muskelkraft gezogen werden. Erstes Testobjekt: Der Waldspielplatz Elfenheim – mehrere Holzbauten verbunden mit Netzen zum Klettern. Während Lea sofort ein etwa 2,50 Meter hohes Baumhaus in Form eines Vogelnestes erklimmt, fließen bei Amelie bereits kurze Zeit später die Tränen – sie ist gestürzt. Der kleine Emil hat das Ziel fest anvisiert – kommt aber mit seinen kleinen Armen und Beinen nicht so recht voran. Nur mit elterlicher Unterstützung geht es nach oben. Das Schöne: Die Eltern können mitklettern. Selbst meine Frau, sonst kein Spielplatzfreund, hangelt nach oben, um einmal in den imposanten Holzbau zu krabbeln. Eltern ohne Abenteuerambitionen finden auf den großen Bänken Möglichkeiten zum Entspannen. Leere am Trollentor Direkt gegenüber vom Spielplatz befindet sich eine sehenswerte Ausstellung zum Thema Wald. Von hier aus geht es durch ein Tor zu einem wahren Geheimtipp. Der Trollenring und das Trollentor befinden sich außerhalb des eintrittspflichtigen Bereiches. Statt über asphaltierte Wege geht es nun über eine Schotterpiste, die eher zum Umkehren als zum Weiterlaufen einlädt. Ein Gedanke, den scheinbar Mehrere hatten, denn am Trollentor herrscht gähnende Leere. Schon der Anblick ist imposant: An grob gehauenen fünf Meter hohen Baumstämmen hängen Schaukeln, die beim Benutzen den Eindruck vermitteln, in der Waldkulisse zu schweben. Dank der breiten Sitzflächen passen auch Erwachsene gut auf die Schaukeln. Die Kinder wollen sich von den Schaukeln kaum trennen. Der direkt nebenan liegende Trollenring wiederum überzeugt die Kinder nicht. Es handelt sich um einen Balancierweg aus Holz, der um einen Baum herumführt. Doch die Testkinder wollen für diese Attraktion ihren Bollerwagen nicht verlassen. Weiter geht es zum Waldspielplatz Trollenburg – eine sechs Meter hohe Rutsche, die über einen anspruchsvollen Balancierweg zu erreichen ist. Wer keine Lust auf Seiltanz und Wackelbalken hat, kann daran vorbeiflitzen. Nur im Turm wird es schwierig: Ein Geheimweg hilft dem kleinen Emil zumindest bis zur Hälfte nach oben, dann muss Vater mit nach oben und rutschen. Flotte Seilbahn Weiter geht es zur Elfenschleife – eine Seilbahn, die dank Gefälle flotter ist als Anlagen auf anderen Spielplätzen. Alle drei Kinder haben hier ihren Spaß – die Mitfahrt ist allerdings mit etwas Warten verbunden. Etwas unpraktisch: Zur Seilbahn führen nur Treppen, mit dem Bollerwagen geht es leider nicht nach oben. In Sichtweite der Elfenschleife, direkt an den Mersmannteichen, befinden sich die drehbaren Blütensitze. Wenn Kinder die Sitzskulpturen mit hohem Tempo ausprobieren, sorgt dies bei voller Fahrt für Angst, dass sie im angrenzenden Wasser landen. Während die Kinder herumtollen, genießt die Mutter die Sonne und die Idylle der Teiche in einer Hängematte. Bei einem weiteren Besuch zwei Wochen später – dieses Mal bei 35 Grad Außentemperatur – entwickelt sich die Wasserfontäne am Ausgang zu einem ganz neuen Höhepunkt. An Wechselkleidung denken Als gelungene Abkühlung baden die Kinder mit ihren Beinen im kühlen Nass. Der kleine Emil stürzt ungünstig und steht plötzlich mit pitschnasser Kleidung weinend im Wasser. Tipp für Nachahmer: Unbedingt Wechselsachen einpacken. Nach dem Missgeschick steigert die Fahrt mit der Bimmelbahn die Stimmung des Jüngsten wieder. Im Arminiuspark lohnt sich besonders ein Besuch bei den Landwirten: Emil gefallen vor allem die Traktoren. Die Mädels hingegen finden an der Fotoausstellung im Prinzenpalais ihre Freude. Fazit: Tolles Gelände mit vielen Aktivitäten, vor allem für ältere Kinder. Kleinere müssen aber oft Geduld mitbringen.

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