Nachdem den beiden Angeklagten eine mildere Strafe in Aussicht gestellt wurde, waren die beide geständig. - © picture alliance / dpa
Nachdem den beiden Angeklagten eine mildere Strafe in Aussicht gestellt wurde, waren die beide geständig. | © picture alliance / dpa

Altenbeken Vater und Sohn auf der Anklagebank geständig

Einbrecher: Ende vergangenen Jahres zogen Vater und Sohn los, um in Häuser einzusteigen. Nach drei Tagen vor Gericht plaudern sie den Namen eine Mittäters aus. Ermittler sind optimistisch, dank dieses Tipps weitere Fahndungserfolge zu haben

Jutta Steinmetz

Altenbeken. Wenn Kriminelle miteinander telefonieren, sprechen sie – so sie denn professionell eingestellt sind – selten Klartext. Sie sind vielmehr stets bemüht, ihr wahres Thema zu verschleiern, um sich eventuellen Mithörern aus den Reihen der Polizei als harmlose Zeitgenossen darzustellen. So hielt es auch eine Einbrecherbande aus Göttingen. Deren Mitglieder sprachen davon, „auf den Märkten spazieren zu gehen", wenn sie mal wieder einen Bruch planten. Das Landgericht Paderborn indes fand nun klare Worte und eben solche Strafen. Die 1. Große Strafkammer sprach den 30-jährigen Igor R. und seinen Vater Svestan J. schuldig mehrerer Wohnungseinbrüche. Der Jüngere, der stets eingestiegen war und die Beute zusammengerafft hatte, muss für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter, sein Vater, der vorwiegend als Fahrer fungiert hatte, kam mit zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis davon. Unsicher in den eigenen vier Wänden Vier Verhandlungstage haben die Richter um den Vorsitzenden Bernd Emminghaus benötigt, um zu ihrer Entscheidung zu finden. Denn die beiden Angeklagten hüllten sich zunächst in Schweigen. Da war es erst einmal an den Geschädigten, die es Ende vergangenen Jahres hatten erdulden müssen, dass sich fremde Menschen uneingeladen Zutritt zu ihrem Zuhause verschafft hatten, zu berichten – über die materiellen Verluste, die manchmal eher gering, aber in einem Fall rund 30.000 Euro ausmachten, aber auch über die seelischen Folgen. Denn manch einer fühlte sich fortan nicht mehr sicher in den eigenen vier Wänden. Und es war an den Ermittlern, die schilderten, wie sie durch Fußspuren an Tatorten in Altenbeken und Warburg, durch einen roten Megan, der ebenfalls dort gesichtet worden war, und durch viel Kombinieren auf die Fährte der Göttinger gekommen waren. Umfangreiche Telefonüberwachungen taten ihr Übriges, so dass schließlich die Handschellen klickten. Jedenfalls bei Vater und Sohn, ein Mittäter kam erst einmal unerkannt davon. Dessen Leben in Freiheit dürfte aber bald enden, denn am dritten Verhandlungstag entschlossen sich die zwei Angeklagten dann doch zu sprechen, als ihnen das Gericht eine Milderung der Strafe in Aussicht stellte, wenn denn Aufklärungshilfe geleistet würde. Vier Wohnungseinbrüche So geschah es. Igor R. und Svestan J. gestanden vier Wohnungseinbrüche unter anderem in Warburg und Altenbeken und taten kund, wer sich hinter dem Namen „Hassan" verbarg, der bei Telefonüberwachungen immer wieder gefallen war. Zwar sei dieser Tatverdächtige noch nicht ins Netz der Polizei gegangen, berichtete ein Ermittler über die jüngsten Entwicklungen. Aber er sei ganz optimistisch, dass die Tipps der Angeklagten dabei helfen werden, bald zu Fahndungserfolgen zu kommen.

realisiert durch evolver group