Verwaist: Der Altenbekener Rat wünscht sich, dass das ehemalige Gesamtschulgebäude bald wieder mit Leben erfüllt wird. - © Marc Köppelmann
Verwaist: Der Altenbekener Rat wünscht sich, dass das ehemalige Gesamtschulgebäude bald wieder mit Leben erfüllt wird. | © Marc Köppelmann

Altenbeken Schulentwicklung in Altenbeken: Jetzt kommt es auf die Bürger an

Eggegemeinde hält weiter an der gewünschten Realschule fest / Als Alternative zur Kolpingträgerschaft ist eine Eltern- und Bürgerinitiative im Gespräch / Darüber soll im November öffentlich diskutiert werden

Svenja Ludwig

Altenbeken/Bad Driburg. Das Feuer im Streit zwischen Altenbeken und Bad Driburg um eine geplante Realschule in der Eggegemeinde schwelt weiter. Und es erhielt am Donnerstag neuen Zündstoff. Nach dem offenen Briefwechsel beider Bürgermeister – Altenbekens erster Bürger Hans Jürgen Wessels (SPD) hatte seinem Amtskollegen Burkhard Deppe (CDU) direkt einen Beschlussvorschlag vorformuliert – war der Altenbekener Rat vor der eigenen Sitzung zu Gast in der Bad Driburger Veranstaltung. Auf die Tagesordnung der Nachbarn hatte es das Streitthema aber gar nicht erst geschafft. Bereits nach einer halben Stunde brachen die Altenbekener gen Heimat auf. Nach der Ankunft im großen Sitzungssaal ihres Rathauses echauffierten sich die Bürgervertreter fraktionsübergreifend über die Behandlung bei den Nachbarn. Die Altenbekener seien „als Interessierte am Breitbandausbau begrüßt worden", rekapituliert Wessels, „da fehlen einem am Ende die Worte". Die Erlebnisse in der Driburger Ratssitzung nennt Wessels, der einst selbst in der benachbarten Kurstadt zuhause war, „heftig". Auch Thomas Keuter (ABA) zeigt sich „bestürzt über die Haltung der Ratsmitglieder und des Bürgermeisters". Man habe Driburg die Hand reichen wollen, diese sei aber „weggeschlagen", sogar „abgehackt" worden, sagt Sozialdemokrat Ulrich Meyer. Hermann Striewe von der CDU mahnt indes zur Vorsicht: „Wir sollten nicht das ganze Porzellan zerschlagen." Deeskalation solle „das Zauberwort" sein. „Was wir haben, ist unsere eigene Stärke" Eine Realschulgründung bleibt in Altenbeken das Ziel, das bestätigt Bürgermeister Wessels im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Dass das Kolping-Bildungswerk oder ein anderer externer Träger für das Projekt gewonnen werden kann, sei angesichts des Konflikts mit der Nachbarkommune aber zu bezweifeln. „Was wir haben, ist unsere eigene Stärke", betont Wessels. Darauf will sich die Gemeinde zukünftig besinnen. Ein Vorbild könne Rüthen sein, wo durch eine Bürger- und Elterninitiative eine Sekundarschule entstand. Nur dieser Weg scheine „erfolgversprechend", meint der Bürgermeister. Wessels kündigt in diesem Zusammenhang eine öffentliche Bürger- und Elternversammlung für Donnerstag, 9. November, um 19.30 Uhr in der Schulaula an. Dort werde die bisherige Entwicklung samt ihrer Konsequenzen noch einmal dargestellt. Außerdem sollen das Interesse und die Bereitschaft der Bürger ausgelotet werden: „Wir brauchen ein kräftiges Signal aus der Bürger- und Elternschaft." Christdemokrat Hermann Striewe hat in der Bevölkerung schon einmal vorgefühlt und zur Ratssitzung eine Liste mit 117 Unterschriften von Unterstützern einer Realschule für die Eggegemeinde präsentiert. Dass es sich beim ersten Listeneintrag um das Autogramm eines Bad Driburger Bürgers handelt, findet Striewe „bezeichnend".

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