Sauer: Altenbekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels. - © Wessels
Sauer: Altenbekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels. | © Wessels

Altenbeken/Bad Driburg Altenbeken versus Bad Driburg: Zwist um Schule geht in die nächste Runde

Eggegemeine sendet Petition inklusive vorformuliertem Beschlussvorschlag. Bad Driburg kontert mit offenem Brief

Wolfgang Barlen

Altenbeken/Bad Driburg. Der Schulzwist zwischen Altenbeken und Bad Driburg geht weiter. Am Dienstag richtete sich der Rat der Gemeinde Altenbeken mit einer Petition, einem offiziellen Gesuch, zur aktuellen Situation im Bereich Realschulentwicklung in Altenbeken an die Mitglieder des Stadtrates Bad Driburg. Die Altenbekener bitten die Driburger darin, sich in ihrer Sitzung (Donnerstag, 19. Oktober, 18 Uhr) öffentlich und dringlich mit dem Thema zu befassen. In ihrem Schreiben, gezeichnet von Bürgermeister Hans Jürgen Wessels und für den Rat den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD Bünddnis90/Die Grünen und ABA/FDP machen sie noch einmal klar, "wie tief geschockt" sie gewesen seien, als das Kolping Schulwerk bekanntgab, das "Projekt Altenbeken" nicht weiter verfolgen zu wollen, weil Bad Driburgs Bürgermeister Burkhard Deppe "bei einer Neugründung einer Realschule in Altenbeken die Existenz der Gesamtschule in Bad Driburg ernsthaft gefährdet sehe". Von der Planung der Nachbarkommune unabhängig In der Petition appellieren sie an die "politische und moralische Verantwortung" der Bad Driburger, sich "für den Erfolg und eine steigende Akzeptanz der Gesamtschule Bad Driburg-Altenbeken einzusetzen" und die "Realschulplanungen der Gemeinde Altenbeken nicht zu verhindern". Zudem bitten sie den Stadtrat, dem Kolping Schulwerk zu erklären, dass die Existenz von Bad Driburgs Gesamtschule nicht von den Planungen der Nachbarkommune abhänge. Damit nicht genug haben die Altenbekener ihrer Petition ("angesichts des knappen Zeitfensters") auch einen ausformulierten Beschlussvorschlag für ihre Kollegen aus Bad Driburg beigelegt, der beinhaltet, dass "auch im Interesse der nachbarschaftlichen Partnerschaft und des fairen Wettbewerbs" Altenbeken "aufgrund der Bad Driburger Intervention nicht auf eine am eigenen Schüleraufkommen ausgerichtete Schulgründung verzichten muss". Offener Brief an den Altenbekener Rat Bad Driburgs Bürgermeister Burkhard Deppe reagierte prompt. In einem offenen Brief an den Altenbekener Rat, der der Redaktion ebenso vorliegt, wie die Altenbekener Petition, macht er seinem Unmut Luft. In dem Brief beklagt er den Stil der Kommunikation Wessels, durch den seiner Meinung nach verhindert werden solle, Rat und Bürgerschaft objektiv zu informieren. "In Bad Driburg bevorzugen wir stattdessen einen offenen und sachorientierten Dialog", schreibt Deppe. Der Bürgermeister bemängelt, nicht über die Pläne Altenbekens informiert worden zu sein, schreibt davon, Altenbeken habe sich nicht an die (bis August geltende) Vereinbarung gehalten, "für die Schulform der Gesamtschule eine gemeinsame und nachhaltige Schulstruktur des Lernens zu schaffen". Zudem sei Wessels spätestens seit Anfang September durch Kolping "über die voraussichtliche Entwicklung informiert", das Aus also keineswegs überraschend gewesen. Wie es weiter geht stellt sich morgen, Donnerstag, heraus. Der Rat Altenbeken macht sich ob seiner Petition als Besucher auf zum Rat nach Bad Driburg. Ob dort die Schulproblematik aber Thema ist, stand am Dienstag noch nicht fest.

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