Tanz im Wald: Jeden Morgen begrüßen die Kinder mit Erzieherin Petra von der Kall (rote Jacke) den Tag beim Yoga-Tänzchen. Hinter ihnen ist eine Schaukel zwischen zwei Bäumen aufgehängt. - © Kristoffer Fillies
Tanz im Wald: Jeden Morgen begrüßen die Kinder mit Erzieherin Petra von der Kall (rote Jacke) den Tag beim Yoga-Tänzchen. Hinter ihnen ist eine Schaukel zwischen zwei Bäumen aufgehängt. | © Kristoffer Fillies

Altenbeken Waldkindergartengruppe in Altenbeken eröffnet

Kita im Wald: Die "Eichhörnchen" sind die Versuchsgruppe. Ab November werden dann neue Anmeldungen angenommen

Kristoffer Fillies

Altenbeken-Buke. Es regnet und der Waldboden hinter dem Buker Spielplatz am Reelsberg ist feucht und matschig. Den 16 Kindern scheint das nichts auszumachen. Sie haben wetterfeste Kleidung an, manche tragen Gummistiefel. Gemeinsam mit ihrer Erzieherin Petra von der Kall tanzen sie das Begrüßungs-Yoga, mit dem die erste Waldgruppe des Familienzentrums und Kindergartens Eggenest jeden Morgen den Tag beginnt. Seit Ende August sind die Kinder und ihre drei Erzieherinnen, sowie ein Praktikant, im Wald aktiv. Sie bilden die erste Waldkindergartengruppe in der Gemeinde Altenbeken. Etwa 3.000 Quadratmeter Waldfläche hat der Landesbetrieb "Wald und Holz NRW" den Kindern hinter dem Buker Spielplatz dafür zur Verfügung gestellt. Ein großer Wohncontainer bietet bei all zu schlechtem Wetter und in Ruhezeiten einen geeigneten Unterschlupf. "Die meiste Zeit sind die Kinder aber draußen, auch bei Regen", sagt Kita-Leiterin Maria Franzsander vom Familienzentrum Eggenest. Den Kindern mache das Wetter eben nichts aus. "Krankheiten gibt es hier nicht mehr als bei den Kindern der fünf anderen Gruppen in der Kita-Einrichtung am Mühlenweg." Was Franzsander aber bemerke: "Die Kinder der Waldgruppe sind viel entspannter." Das müsse mit der Nähe zur Natur zu tun haben. "Die Kinder haben hier den ganzen Tag Naturbegegnung und Bewegung in der Natur." Als eine der ersten Aktionen haben die Erzieherinnen mit den Kindern einen Wall aus Ästen und Zweigen gebaut, der die Spielfläche des Waldkindergartens eingrenzt. Zudem sind weiße Kreuze an die Bäume gesprüht. "Die Kinder wissen: Da darf ich nicht weiter gehen", erklärt Leiterin Franzsander. Die Erzieherinnen passen zusätzlich auf. Derzeit sind die "Eichhörnchen" die sechste Gruppe des Kindergartens Eggenest und eine Versuchsgruppe für das Konzept "Kita im Wald". Ab November werden dann neue Anmeldungen angenommen, um eine zweite Waldgruppe mit 16 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren zu bilden. "Im Container ist genug Platz für die 32 Kinder plus den Erziehern", sagt Maria Franzsander. Sie ist zuversichtlich: Wenn alles klappt, dann soll der Waldkindergarten eine eigenständige zweigruppige Kindertagesstätte werden.

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