Symbolbild. - © picture alliance / dpa
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Altenbeken Rote Karte für Motorradfahrer

Landstraße nach Langeland: Altenbekener Gemeinderat fordert vom Landrat Durchfahrtsverbot für Biker von Mai bis September und an Wochenenden

Andreas Götte

Altenbeken. Beim ewigen Streitpunkt Motorradrennen und dem damit verbundenen Lärm auf der Landstraße zwischen Altenbeken und Langeland gibt es im Altenbekener Gemeinderat nur eine Meinung. Fraktionsübergreifend fordert das Gremium geschlossen Landrat Manfred Müller dazu auf, sich persönlich des Sachverhaltes anzunehmen und an dem von ihm Anfang Oktober 2015 verfügten Durchfahrtverbot für Motorradfahrer tagsüber an den Wochenenden und Feiertagen von Mai bis September festzuhalten und die dafür notwendigen Schritte ab dem 1. Mai 2018 einzuleiten. „Anordnungsbehörde ist der Kreis Paderborn. Entsprechend möchte ich, dass sich der Landrat persönlich der Sache annimmt und sich ernsthaft darüber Gedanken macht, was er für richtig hält und mir persönlich antwortet", so Bürgermeister Hans Jürgen Wessels gegenüber der NW. Schließlich hätten bis heute verschiedene Maßnahmen wie eine Tempobegrenzung, ein Überholverbot, eine durchgezogene Linie oder auch Rüttelstrecken nicht zu gewünschten Verbesserungen geführt. Nach wie vor gehörten Motorradrennen auf der Strecke zum Alltag. Im Deutschen Bundestag werde nach jetzigem Kenntnisstand ein neues Strafgesetz vorbereitet, das illegale Kraftfahrzeugrennen als schweres Vergehen qualifiziere. Wessels glaubt nicht, dass da der Landrat als Chef der zuständigen Behörden tatenlos zu sehen dürfte. In diesem Jahr hätten sich erneut einige Motorradfahrer bei Unfällen auf der betreffenden Strecke schwer verletzt. Die Anordnung von Müller war im Mai 2016 aufgrund von Bedenken in letzter Minute doch nicht umgesetzt worden. Eine Verkehrsmessung hat laut Bürgermeister Wessels ein „erschreckendes Ergebnis" gebracht. Weil jedoch die Berechnungsmethode in Frage gestellt worden war, fand im vergangenen Juni eine weitere wesentlich kürzere Messung statt. Die Gutachter kamen auf einen durchschnittlichen Tageswert von 56,8 Dezibel (A). Das ist zwar sehr laut, erreicht jedoch nicht die für Wohngebiete festgestellten Zumutbarkeitsschwellen des Gesetzgebers und des Bundesgerichtshofes. Den Bürgermeister ärgert heute noch, dass er vom darauf erfolgten Aus für Sperrungen und Beschränkungen nur aus der Zeitung erfahren hatte. Im Jahr 2016 sind am Ortseingang nach Angaben der Verwaltung erhebliche Lärmbelästigungen gemessen worden. So seien Lärmwerte von 80 Dezibel (A) und höher gemessen worden. Zudem seien über die Hälfte der Motorradfahrer am Messpunkt am Ortseingang mehr als zehn Kilometer in der Stunde zu schnell gewesen. 32 Motorradfahrer seien sogar hundert Stundenkilometer oder schneller unterwegs gewesen. Das alles hätten Messungen ergeben, die der Kreis Paderborn in Auftrag gegeben und vorliegen hätte. Laut des Kreises Paderborn werden die aktuellen Messergebnisse auch an die Bezirksregierung in Detmold gesandt. „Wir möchten das Thema gemeinsam mit der Bezirksregierung erörtern", so Straßenverkehrsdezernent Michael Beninde. Gleichzeitig werde sich die Unfallkommission mit dem Unfallgeschehen auf der Landstraße zwischen Altenbeken und Langeland beschäftigen.

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