Mit Altersspuren: Vor 40 Jahren flatterte in der Eggegemeinde die Rechnung für die Museumsdampflok der Baureihe 44 auf den Tisch. Sie steht heute vor dem Eggemuseum an der Winterbergstraße. - © Marc Köppelmann
Mit Altersspuren: Vor 40 Jahren flatterte in der Eggegemeinde die Rechnung für die Museumsdampflok der Baureihe 44 auf den Tisch. Sie steht heute vor dem Eggemuseum an der Winterbergstraße. | © Marc Köppelmann

Altenbeken Vor 40 Jahren kauften Eisenbahner mit Sponsorenhilfe der Bahn die Altenbekener Denkmallok ab

Denkmal kostete 14.800 Mark

Altenbeken. Vor 40 Jahren wurde die Altenbekener Musuemsdampflok der Baureihe 44 gekauft. Am 14. Oktober 1977 wurde sie vor dem Eggemuseum als Denkmallok aufgestellt. Über die Historie berichtet der der ehemalige Lokbetriebsinspektor Rudolf Koch, damals Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und Anwärter Ortsgruppe Altenbeken (GDL). Ab Mai 1976 zum Fahrplanwechsel ging die Ära der Dampflokomotiven zu Ende. Für die Altenbekener Eisenbahner war dieses schon ein trauriges Ereignis. Im früheren Bahnbetriebswerk Ottbergen wurden dann die Lokomotiven von den Lokschlossern in Teile zerlegt und verschrottet. Es kam der Wunsch auf eine dieser Giganten als Denkmal in Altenbeken aufzustellen. In einem Brief an das frühere Zentralamt in Minden mit Datum vom 26. Oktober 1976 erkundigte sich der GDL-Vorsitzende der GDL Franz Wolf und sein Schriftführer Rudolf Koch nach den Kosten. In dem Schreiben heißt es: "Seit mehreren Generationen haben Lokführer des BW Altenbekens (Bahnbetriebswerk) auf der Baureihe 44 Dienst verrichtet, die jetzt in der letzten Fahrplanperiode endgültig im Bereich Altenbeken-Ottbergen außer Dienst gestellt worden ist. Die Altenbekener Lokomotivführer hängen derartig an dieser typischen Baureihe, dass sie eine solche Lok sichtbar für Jeden aufstellen möchten. Es sind schon 10.000 Mark vorhanden. Selbstverständlich haben sich bereits Lokomotivführer bereit erklärt, in Freischichten die Lok aus Ottbergen zu holen und hier für ihre Pflege Sorge zu tragen." Mit Datum vom 8. November 1976 schrieb das Zentralamt der Deutschen Bundesbahn zurück, dass sie gerne bereit wären den Erwerb einer ausgemusterten Dampflokmotive zu ermöglichen und das der Kaufpreis 14.800 Mark zuzüglich 11 Prozent Mehrwertsteuer betragen würde. Wörtlich dann weiter: "Dieser äußerst kalkulierte Preis basiert auf den reinen Schrottwert. Die Tatsache, dass sie als Eisenbahner mit dem Kauf der Lok eine dauernde Erinnerung an die Dampflokära in Altenbeken schaffen wollen, wurde bei der Preisermittelung entsprechend berücksichtigt". In dem Schreiben wurde weiterhin mitgeteilt sich eine Lok in Ottbergen reservieren zu lassen. Die Kosten für den Transport von Ottbergen nach Altenbeken könnte entfallen, da die Überführung von den Lokführern geschehen könnte. Am 1. Dezember 1976 wurde dann die Vertragsurkunde und die Rechnung über Anzahlung zugeschickt. Es wurde dann ein Gespräch mit der damaligen noch selbständigen Volksbank unter Leitung von Werner Klahold geführt. Dort waren im Aufsichtsrat mehrere Eisenbahner, so auch der Vorsitzende Ferdinand Küting (selbst Lokomotivführer) Sie spendete dann den symbolischen Kaufpreis, und somit waren Kauf und Materialkosten der Restauration gesichert. Der Kaufvertrag und sonstige Schreiben besonders aber auch die Überweisungsabschnitte der Geldbeträge wurden von GDL aufbewahrt und geben Zeugnis vom Kauf der heutigen Museumslokomotive mit der Betriebsnummer 044 389. Die Lok wurde dann im Bahnbetriebswerk unter Leitung von Ferdinand Heinekamp restauriert, vorher wurde sie dann per Vertrag der Gemeinde übertragen. In den nachfolgenden Jahrzehnten bis 2005 wurde sie dann von der "Initiative Museumslok", die aus früheren Mitarbeitern des Bahnbetriebwerkes Altenbeken bestand liebevoll gepflegt. Aus Altersgründen wurden diese Arbeiten aufgegeben. Für technische Fragen und Gutachten steht die "Initiative Museumslokmotive" aber weiterhin zur Verfügung.

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