Rotor fehlt: Etwa 100 Tonnen krachten senkrecht zu Boden. - © Marc Köppelmann
Rotor fehlt: Etwa 100 Tonnen krachten senkrecht zu Boden. | © Marc Köppelmann

Altenbeken/Paderborn Windrad bricht nahe Bundesstraße 64 zusammen

20 Jahre alter Prototyp verliert alle Rotorblätter

Birger Berbüsse

Paderborn. Ein spektakuläres Bild hat sich am Dienstagnachmittag Autofahrern auf der Bundesstraße 64 bei Altenbeken-Buke im Kreis Paderborn geboten. Aus bislang ungeklärter Ursache brach das Maschinenhaus mit allen Rotorblättern eines 100 Meter hohen Windrades ab und stürzte senkrecht zu Boden. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Das Windrad hätte nach Auskunft des Betreibers "Buker Windkraft" in drei Monaten abgebaut werden sollen. Um 15.30 Uhr erfuhr der Eigentümer laut Sprecher Daniel Saage von dem Unfall. Ein Landwirt hatte das Unternehmen informiert, nachdem er aufgrund des lauten Krachs nachgesehen hatte. Auf dem Feld zwischen Paderborn-Neuenbeken und Altenbeken-Buke bot sich den Verantwortlichen ein dramatisches Bild: Ein gewaltiger 100-Tonnen-Trümmerhaufen aus Metall und Kunststoff lag zu Füßen des 67 Meter hohen Turms. Das Windrad stand ungefähr 200 Meter von der vielbefahrenen B 64 und einen Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt. Anlage stand seit 20 Jahren Die Anlage vom Typ E66 der Firma Enercon ist ein Prototyp. Sie stand seit 20 Jahren auf dem Feld bei Buke. „Im April sollte sie abgebaut werden", sagte Sprecher Saage. Warum der Rotor abbrach, vermochte er am späten Nachmittag nicht zu sagen. Sie sei auch am Dienstag noch ganz normal gelaufen. Der Wind sei eigentlich nicht zu stark gewesen. Geschäftsführer Johannes Lackmann bezifferte den Ausfallschaden in einer ersten Schätzung auf 150.000 Euro. Das Windrad verfügte über eine Leistung von 1,5 Megawatt und 2,7 Millionen Kilowattstunden jährlich. In den nächsten Tagen sollen die Trümmer des Windrades geborgen und der Turm abgebaut werden. Darum kümmert sich die Firma Enercon. Die Genehmigung für ein neues Windrad sei bereits vorhanden, da es ohnehin ersetzt werden sollte, so Lackmann. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es aber noch nicht.

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