Streitgespräch: Die Landtagskandidaten Bianca Winkelmann (CDU) und Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) trafen sich im März in der Lokalredaktion Lübbecke, um zwei Stunden lang über Bildungs- und Sicherheitsthemen zu diskutieren. - © Tyler Larkin
Streitgespräch: Die Landtagskandidaten Bianca Winkelmann (CDU) und Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) trafen sich im März in der Lokalredaktion Lübbecke, um zwei Stunden lang über Bildungs- und Sicherheitsthemen zu diskutieren. | © Tyler Larkin

Lübbecker Land Landtagsabgeordnete: Da war es nur noch eine

Frank Hartmann

Als ich Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) am Montagnachmittag telefonisch erreichte, saß er im Zug und war auf dem Weg nach Düsseldorf. "Der SPD-Landesvorstand tagt, dem gehöre ich nach wie vor an", erklärte er. In dieser Erklärung steckte bereits die indirekte Antwort auf die unausweichliche Frage, ob Platz 18 der Landesliste ausreichen würde, um doch noch in den Düsseldorfer Landtag hineinzurutschen.

Ausgeschlossen ist das nicht. Wenn, dann aber nicht so bald.

Im Märkischen Kreis, weiß SPD-Kreisgeschäftsführer Ulrich Pock, gibt es eine Kandidatin auf Platz 17 der Landesliste. Sollten sich wider Erwarten noch Veränderungen ergeben, wäre zunächst sie zu berücksichtigen: "Die Liste zog nur bis Platz 16", so Pock. Das sei Montagmorgen gegen 4 Uhr klar geworden, der am Montag viele Telefonate zu führen hatte: "Fehler mit der Lupe suchen" wolle man aber nicht.

Der Landtag bietet der AfD eine Bühne

Das unterließ am Montagvormittag auch Ernst-Wilhelm Rahe, als er bei Facebook postete: "Im Moment sieht es nicht so aus, dass ich dem nächsten Landtag angehören werde. Das ist eine demokratische Entscheidung, vor der ich großen Respekt habe. Sorgen mache ich mir über den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, denn der Einzug der AfD in den Landtag bietet denen eine Bühne, die unser Land mit Hass und Ausgrenzung spalten wollen.Ich werde weiter kämpfen: für Demokratie und Gerechtigkeit, für die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen und für eine Medienwelt, die unsere Demokratie stärkt!"

Und er gratulierte seiner Gegenkandidatin von der CDU, Bianca Winkelmann, für das gewonnene Direktmandat.

"Ich bin nicht von der Bildfläche verschwunden"

Und wie geht es jetzt beruflich weiter für den Hüllhorster? Das werde er mit seinem bisherigen Arbeitgeber, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, besprechen, berichtete Rahe, der fünf Jahre beurlaubt war. Zugleich machte er deutlich, dass er "die politische Nachwuchsarbeit stärken" will. Das heißt, er möchte sein Wissen und seine Erfahrung aus der politschen Arbeit in Hüllhorst und Düsseldorf in der Parteischule Minden-Lübbecke an junge Leute weitergeben: "Ich bin jedenfalls nicht von der Bildfläche verschwunden."

Vielleicht sitzt er in zwei, drei Jahren dann wieder im Zug nach Düsseldorf - dann aber auf dem Weg in den Landtag. Es sei durchaus möglich, dass zwei oder drei Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion vorzeitig aufhören, sagt er. Und dann würde er als Nummer 18 nachrücken.

Gut wäre das allein deshalb, weil das Lübbecker Land dann wieder mit zwei Abgeordneten in der Landeshauptstadt vertreten wäre. So wie bisher mit Ernst-Wilhelm Rahe und mit Friedhelm Ortgies (CDU), dessen Nachfolge Bianca Winkelmann demnächst antreten wird. Viel Erfolg!

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