Spannender Wettkampf auf der Beverunger Eisbahn - © Torsten Wegener
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Stemwede Spannendes Anmeldeverfahren

Fünf Eingangsklassen können im neuen Schuljahr gebildet werden

VON SONJA ROHLFING

Stemwede. 93 Erstklässler sind für das Schuljahr 2014/15 in Stemwede angemeldet. Damit darf die Gemeinde auf Basis der kommunalen Klassenrichtzahl fünf Eingangsklassen bilden. Bei 92 Anmeldungen wären es nur vier Klassen gewesen. So aber kann voll den Elternwünschen entsprochen werden. Ob das auch in Zukunft immer so sein wird, da war sich Fachbereichsleiter Jörg Bartel jetzt im Schul-, Kultur- und Sportausschuss nicht sicher.

38 Anmeldungen liegen für die Grundschule Haldem vor. Somit können an der Schule zwei Klassen gebildet werden. In Oppenwehe sind es 24 Anmeldungen (eine Klasse). In Levern werden 31 Erstklässler in zwei Klassen erwartet. "Die 93. Anmeldung ist ein Zuzug diese Woche in Oppenwehe", verdeutlicht Jörg Bartel, wie spannend das Anmeldeverfahren bis zum Schluss war.

Zum Schuljahr 2014/15 ist nämlich die kommunale Klassenrichtzahl zwingend anzuwenden. Sie wird ermittelt, indem die erwartete Zahl der Erstklässler durch 23 geteilt und dann in kleinen Kommunen wie Stemwede immer aufgerundet wird. Eine Gemeinde darf weniger Klassen bilden, als die Richtzahl vorgibt, aber nicht mehr. Hätte nur eine Anmeldung in Stemwede gefehlt, hätte die Gemeinde entscheiden müssen, an welchen Standorten wie viele Klassen gebildet werden. "Wir können froh sein, das es geklappt hat", erklärt der Ausschussvorsitzende Wilhelm Riesmeier (SPD). Welcher Stichtag für die Klassenbildung maßgeblich sei, hinterfragte Uta Gesenhues (Bündnis 90/Grüne). "Wir müssen bis spätestens 15. Januar eine Entscheidung treffen auf Basis einer qualifizierten Prognose", erklärt Jörg Bartel. Er gehe davon aus, dass diese Entscheidung dann fest sei, auch wenn sich bis zum Schuljahresbeginn noch etwas ändere.

Bei einer Anmeldequote im Mittel von 89,6 Prozent an den gemeindlichen Grundschulen sei davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren jeweils vier Eingangsklassen gebildet werden könnten, erklärt Bartel. Eine Verteilung auf die Schulen zu prognostizieren sei schwierig, denn ein Unsicherheitsfaktor läge im Wahlverhalten der Eltern aus dem Raum Westrup, die sich überwiegend für Haldem und Oppenwehe, aber auch in Teilen für Levern entscheiden würden. Der Fachbereichsleiter geht davon aus, dass Levern auf Dauer einzügig, Haldem weiterhin zweizügig und Oppenwehe einzügig sein wird. Insgesamt betrachtet nehme die Zahl der Grundschüler deutlich ab.

Gab es zum Schuljahr 2009/10 noch 571 Grundschüler in Stemwede werden es nach der Prognose 2019/20 noch 310 sein. Das sind 45 Prozent weniger. Die Grundschule Oppenwehe wird nach den vorliegenden Zahlen 2018 die erforderliche Schülerzahl von 92 für eine eigenständige Schule unterschreiten, in Levern könnte das 2019 der Fall sein. "Die Schulen können als Teilstandort weitergeführt werden, wenn der Schulträger das für erforderlich hält", verdeutlicht Jörg Bartel.

Ob drei Standorte die richtige Strategie seien, sich damit zu befassen, sieht Jörg Bartel als eine Aufgabe der Arbeitsgruppe "Qualitäts(weiter)-Entwicklung an Stemweder Grundschulen", die 2014 die Arbeit aufnehmen wird. Vertreten sind in ihr Schulleiter und Eltern der Grundschulen sowie der Kindertageseinrichtungen, Vertreter der Verwaltung und ein Moderator. "Eine ähnliche Konstellation hat bei der Sekundarschule schon zu guten Ergebnissen geführt", merkt der Fachbereichsleiter an. "Wir erhalten nur positive Rückmeldungen über die Arbeit unserer Grundschulen." Auf dieser hervorragenden Basis gelte es aufzubauen und die Qualität der Schulen den Eltern noch mehr als bisher näher zu bringen, denn bei einer Anmeldequote von 90 Prozent gebe es noch Luft nach oben.

Wo die zehn Prozent denn blieben, wollte Inge Hüsener (CDU) wissen. Fünf Schulanfänger gingen zur Freien evangelischen Grundschule Oppendorf, vier zur Grundschule Varl und einzelne nach Espelkamp, Rahden oder Lemförde, erläutert Bartel. Auch vorzeitige Einschulungen und Umzüge seien der Grund für Abweichungen. "Wir haben aber auch Einpendler", verdeutlicht der Fachbereichsleiter.

Ansgar Matern bedauert die "Nachwehen" der Schulschließung Westrup. "Eltern aus der Mitte Stemwedes gehen aus Prinzip nach Varl, obwohl sie sonst sämtliche Anforderungen in Stemwede erfüllen lassen", beklagt der Oppenweher Schulleiter.

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