Mittelgebirge im Lübbecker Land: Den Stemweder berg schätzen die Bürger auch als Ausflugsziel. Von den Höhenzügen - die höchste Erhebung misst 181 Meter über dem Meer - ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Lübbecker und das Osnabrücker Land. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur||
Mittelgebirge im Lübbecker Land: Den Stemweder berg schätzen die Bürger auch als Ausflugsziel. Von den Höhenzügen - die höchste Erhebung misst 181 Meter über dem Meer - ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Lübbecker und das Osnabrücker Land. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur||

Stemwede Stemweder Berg wird geschützt - Festivals und Schützenfest bleiben

Verordnung: Die Bezirksregierung Detmold beendet das Verfahren für den Stemweder Berg. Das Mittelgebirge wird unter Naturschutz gestellt und mit dem Ergebnis ist Bürgermeister Abruszat nicht unzufrieden.

Joern Spreen-Ledebur

Stemwede. Der Stemweder Berg ist das kleinste und das nördlichste Mittelgebirge. Der Berg ist ein beliebtes Ausflugsziel für Bürger aus dem Lübbecker Land und die Festivals bei Wehdem locken in jedem Jahr Tausende Musikfans an den Berg. Nun wird der Stemweder Berg weiter geschützt: Die Bezirksregierung Detmold hat das Verfahren zur Unterschutzstellung des FFH-Gebietes "Stemweder Berg" abgeschlossen. Die entsprechenden Verordnungen für ein Landschafts- und ein Naturschutzgebiet treten Anfang nächsten Jahres in Kraft, teilte die Bezirksregierung gestern mit. Die Pläne der Natur- und Landschaftsschutzgebiete hatten im Frühjahr öffentlich ausgelegen. Vor allem zum neuen Landschaftsschutzgebiet waren Stellungnahmen bei der Bezirksregierung eingegangen. Sie thematisierten insbesondere den Schützenplatz am Westruper Freudeneck und das Gelände für Festivals am Waldfrieden. Die Betroffenen aus Westrup und Wehdem befürchteten, die Flächen künftig nicht mehr für Festivals oder das Schützenfest nutzen zu können. Die Bezirksregierung hat diese Einwendungen aufgenommen: Veranstaltungen sind dort weiterhin möglich. Das "Freudeneck" mitsamt Festplatz, Kinderspielplatz und Schützenhaus sei sogar ganz aus dem Schutzgebiet heraus genommen worden, merkte Andreas Moseke an, Sprecher der Bezirksregierung. Den Stellungnahmen verschiedener privater Einwender zum neuen Landschaftsschutzgebiet konnte die Bezirksregierung jedoch nicht folgen. Die neue Verordnung habe keine neuen erheblichen und unzumutbaren Einschränkungen zur Folge, nannte Moseke als Grund. Die Bezirksregierung wertete die fachlichen Kriterien für die Unterschutzstellung und die Gegebenheiten vor Ort im Zuge der Abwägung höher als die Interessen der Einwender. Das neue Naturschutzgebiet "Stemweder Berg" wird in der Form ausgewiesen, wie es im Entwurf der Verordnung geplant war. Die betroffenen Waldflächen sind als Staatsforst im Eigentum des Landes NRW. Die Bezirksregierung hatte sich vor dem Verfahren intensiv mit der Forstverwaltung abgestimmt. Bezirksregierung informiert "über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus" Die Bezirksregierung informierte die Stemweder nach eigenen Angaben "deutlich über dieses gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus über das Vorhaben" - inklusive der mehr als 130 Mitglieder der Forstbetriebsverbände Haldem-Arrenkamp und Wehdem. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Bürgermeister Abruszat und Bauamtsleiterin Birgit von Lochow sprachen am Montag über den finalen Entwurf der Verordnung. Abruszat freute sich gestern darüber, dass die Bezirksregierung Anregungen aus Stemwede folgte - etwa hinsichtlich des Freudenecks. Auch wenn nicht nicht alle Wünsche erfüllt wurden, habe sich der Einsatz von Rat, Verwaltung und Bürgerschaft aus Stemwede doch gelohnt. Auch die Festivals bleiben: "Ich habe die feste Zusage, dass der Status quo der Festivals rund um den Stemweder Berg sicher ist", sagte Abruszat gestern gegenüber der Neuen Westfälischen. Entwicklungsmöglichkeiten habe auch der Berggasthof Wilhelmshöhe. Das, so Abruszat, sei eine gute Nachricht für den Tourismus-Standort Stemwede. Einschränkend sei, dass nun eine größere Fläche unter Schutz gestellt werde. "Damit war aber auch zu rechnen." Die Bezirksregierung habe ihm zugesichert, dass Betroffene bei persönlichen Beratungsgesprächen im Rathaus Levern offene Fragen im Umgang mit der neuen Verordnung klären könnten. Er habe in Detmold erklärt, dass auch Privatleute Entwicklungsmöglichkeiten haben müssten - ebenso wie Freiberufler, sagte der Bürgermeister. Ärzte bräuchten Entwicklungsmöglichkeiten, weil es um die medizinische Versorgung auf dem Land gehe. Schleierhaft, so der Bürgermeister, bleibe aus seiner Sicht aber, warum der NRW-Teil des Berges schützenswerter sein solle als der niedersächsische Teil.

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