Andreas Weingärtner: Aussagen, die Eltern wollten nicht und Kinder hätten keine Zeit, würden nicht weiterhelfen. Dann könne man die Musikschule gleich auflösen, so der CDU-Ratsherr. || - © Joern Spreen-Ledebur
Andreas Weingärtner: Aussagen, die Eltern wollten nicht und Kinder hätten keine Zeit, würden nicht weiterhelfen. Dann könne man die Musikschule gleich auflösen, so der CDU-Ratsherr. || | © Joern Spreen-Ledebur

Stemwede Musikschuldebatte: Entschuldigung hat Folgen

FWG-Ratsherr Jürgen Lückermann bedauert den Schritt des Rahdener Bürgermeisters

Joern Spreen-Ledebur

Stemwede. Am Freitag voriger Woche trafen sich Rahdens Bürgermeister Bert Honsel und Willi Hartmann, Leiter der Musikschule Espelkamp-Rahden-Stemwede. Dabei hatte sich Honsel für seine Aussagen während der Musikschul-Zweckverbandsversammlung entschuldigt. Angesichts steigender Kosten, sinkender Schülerzahlen und Kritik an der Schulleitung hatte Honsel gesagt, dass der Fisch vom Kopf stinke. Darüber berichtete die Neue Westfälische in ihrer Wochenend-Ausgabe. Steigende Kosten, sinkende Schülerzahlen Musikschul-Leiter Willi Hartmann sei am 22. März im Stemweder Fachausschuss geladen gewesen, "um das Zahlenwerk der Musikschule zu erläutern", sagte gestern Abend Jürgen Lückermann (FWG) im Stemweder Ausschuss für Bildung, Generationen, Kultur und Sport. Immer wieder hätten er und sein CDU-Kollege Andreas Weingärtner nachgefragt, aber Hartmann habe im März nicht wie gehofft Auskünfte gegeben. Lückermann gestern Abend: "Es tut mir leid, dass sich Herr Honsel entschuldigte." Man habe diese Aussagen vielleicht nicht so öffentlich treffen müssen, "aber er hat Recht damit." Die Musikschule schreibe tiefrote Zahlen und er habe von Hartmann Vorschläge erwartet, "wie er diese Abwärtsspirale stoppen will". Hartmann solle das vorstellen und wenn er das nicht könne, dann solle er Platz machen für andere. "Dann ist er überfordert", hielt Lückermann der Musikschul-Leitung vor. Fehlende Basis für teuren Einzelunterricht beklagt Willi Hartmann gehe zum 31. März nächsten Jahres in den Ruhestand, sagte Jörg Bartel, Fachbereichsleiter Bildung/Zentrale Dienste im Stemweder Rathaus. Von Hartmann Berichte zu fordern, das halte er nicht mehr für zielführend. Die Kritik aus dem Ausschuss werde er dem Zweckverband berichten. Während der Verbandsversammlung habe er die Stemweder Position klar gemacht, sagte Bartel. "Wir waren erschrocken über die Abwärtsbewegung", meinte Andreas Weingärtner (CDU). Die von Willi Hartmann zugesagten Konzepte seien nicht gekommen. Das vorhandene Angebot finde offenbar keinen Anklang. Aussagen, die Eltern wollten nicht, die Kinder hätten keine Zeit und man wolle kein Instrument lernen, die würden nicht weiterhelfen. Weingärtner: "Dann können wir das auch auflösen." Der CDU-Ratsherr befürchtet, dass sich Kinder und Jugendliche andere musikalische Angebote suchen. Ziel müsse ein gutes musikalisches Angebot sein, setzt Weingärtner auf eine Musikschule. Das aber gehe nicht mit den "handelnden Personen", kritisierte er gestern Abend im Stemweder Ausschuss. "Wir möchten in Stemwede ein Musikschul-Angebot" "Wir möchten in Stemwede ein Musikschul-Angebot", sagte Jörg Bartel. Das habe er auch in der Verbandsversammlung gesagt. Die Musikschule habe aber gravierende Probleme. Dazu gehöre ein älterer Lehrkörper mit Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes und ganz viel Einzelunterricht. "Der ist unwahrscheinlich teuer." Auffangen könne man teuren Einzelunterricht eigentlich nur mit Gruppenunterricht in anderen Bereichen als Basis, so Bartel. Das Fehlen eines solchen Gruppenunterrichts war auch in der Verbandsversammlung moniert worden. Es reiche nicht, den Kopf zu wechseln. Sehr viel zu tun sei bei der Musikschule, meinte Bartel. Kritik an Hartmann übte auch Jürgen Gläscher (SPD). Bei seinem Besuch im März habe Hartmann Ausflüchte gemacht und die Schuld immer woanders gesucht.

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