Überraschung: Pfarrer Wolfgang Zenker überreichte Pfarrerin Sigrid Kuhlmann die Urkunde zum 25. Ordinations-Jubiläum. Zudem überreichte er ihr - passend zum Reformations-Jubiläum - eine Luther-Figur von Playmobil. - © Joern Spreen-Ledebur
Überraschung: Pfarrer Wolfgang Zenker überreichte Pfarrerin Sigrid Kuhlmann die Urkunde zum 25. Ordinations-Jubiläum. Zudem überreichte er ihr - passend zum Reformations-Jubiläum - eine Luther-Figur von Playmobil. | © Joern Spreen-Ledebur

Stemwede Wehdemer Kirchenchor feiert seinen 125. Geburtstag

Festgottesdienst: Es gab immer wieder Applaus der Gläubigen. Pfarrerin dankt Erich Schumacher für Chronik

Joern Spreen-Ledebur

Stemwede-Wehdem. Es war der Sonntag "Kantate", an dem der besondere Gottesdienst gefeiert wurde. "Kantate", das heißt "Singet". Und es wurde viel und gern gesungen in der Wehdemer Kirche. Schließlich stand ein Jubiläum an, bei dem im wahrsten Sinn des Wortes Musik drin war. Der Kirchenchor Wehdem feierte sein 125. Jubiläum und viele Gläubige feierten mit. Der Chor um Dimuth van der Bent erhielt Glückwünsche auch von Pfarrer Sigrid Kuhlmann - und die wiederum freute sich über Präsente und gute Wünsche zu ihrem 25. Ordinations-Jubiläum (die Neue Westfälische berichtete). An der historischen Orgel, die einst im Mindener Dom gestanden haben soll, saß der engagierte langjährige Kirchenmusiker Eberhard van der Bent. "Papa" van der Bent, merkte die Wehdemer Pfarrerin in Richtung des Kantors an. Kuhlmann begrüßte ebenso van der Bents Tochter Dimuth, die den Kirchenchor und auch den Posaunenchor der Wehdemer Gemeinde seit Jahren leitet. Mit einer bekannten Fuge Johann Sebastian Bachs für Orgeln eröffnete Eberhard van der Bent den Jubiläums-Gottesdienst. Gemeinsam musizierten Kirchenchor und Posaunenchor "Lobe den Herren" und entfalteten dabei ihre gesamte, beachtliche Klangfülle im Gotteshaus. Ein Sologesang von Dimuth van der Bent schloss sich an. "Kantate - singet" - das hatten die Wehdemer zum roten Faden im Gottesdienst gemacht. Ungewöhnlich im Gottesdienst. Die Gläubigen applaudierten nach den einzelnen Beiträgen. Das aber hatten sich die Mitwirkenden redlich verdient und sie waren ebenso gut gelaunt an diesem Tag wie die Pfarrerin und die vielen Gemeindeglieder. "Nun danket alle Gott" - diesen alten Choral hatte Sigrid Kuhlmann ihrer Predigt zugrunde gelegt. Der Choral wurde während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) vom Eilenburger Pfarrer Martin Rinckart verfasst. Die bekannte Melodie wird ebenfalls Rinckart zugeschrieben, andere schreiben sie Johann Crüger zu, der viele Texte des berühmten Kirchenlied-Dichters Paul Gerhardt vertonte. Dankbarkeit sei vielen Menschen abhanden gekommen, merkte Sigrid Kuhlmann an. Stattdessen gebe es Vorhalte - gegen andere Menschen, aber auch gegen Gott. Das Augsburger Bekenntnis von 1530 diene dazu, der Gemeinschaft der Christen einen Grund zu geben, auf dem sie wachsen könne. Zudem bringe eine Rückbesinnung auf Gott Dankbarkeit mit sich. Der Wunsch, in den Stürmen des Lebens ein fröhliches Herz zu haben, habe "Nun danket alle Gott" so beliebt gemacht. Als Kanzler Konrad Adenauer 1955 die letzten Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion geholt habe, hätten die nach der Ankunft im Lager Friedland diesen Choral angestimmt. Ein ergreifender Moment bei Rückkehr nach Hause, merkte Kuhlmann an. Dank zu sagen, das eröffne Zugang zu Gott. Wer dankbar sei, der wolle auch anderen etwas zurückgeben. Der Kirchenchor mache das seit 125 Jahren. Sigrid Kuhlmann und Martin Kokemoor vom Presbyterium hoffen, dass der Chor noch viele Jahre zum Lob Gottes musizieren wird. Kokemoor dankte dem Vorsitzenden des Kirchenchores, Erich Schumacher, für dessen Engagement zum Jubiläum: Schumacher hatte die Chronik des 1892 gegründeten Chores aufgezeichnet. Zehn Leiter habe der Chor seit der Gründung gehabt; Dimuth van der Bent leite den Kirchenchor nun schon 20 Jahre. "Für die Kirchengemeinde seid ihr eine Bereicherung - und auch für jeden Gottesdienst, in dem ihr auftretet", wandte sich Martin Kokemoor an den Kirchenchor. "Wir hoffen, dass das noch viele Jahre so bleibt." Mit einem Empfang im Wehdemer Gemeindehaus klang der fast schon sommerliche Tag aus. Dabei stießen die Gläubigen gemeinsam an - auf den engagierten Kirchenchor und das Jubiläum von Pfarrerin Sigrid Kuhlmann.

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