Andreas Weingärtner: Vielleicht müsse man feststellen, dass der Bedarf nicht da sei, sagte der CDU-Politiker. - © Joern Spreen-Ledebur
Andreas Weingärtner: Vielleicht müsse man feststellen, dass der Bedarf nicht da sei, sagte der CDU-Politiker. | © Joern Spreen-Ledebur

Stemwede Zweifel am Bedarf für Stemweder Bürgerbus

Nach einem Aufruf der Verwaltung haben sich fünf Interessenten gemeldet. Benötigt werden aber mindestens 20. Info-Veranstaltung geplant

Sonja Rohlfing

Stemwede. Über einen Bürgerbus lässt sich der öffentliche Nahverkehr vor Ort ein Stück weit in die eigene Hand nehmen. In Espelkamp fährt er seit vielen Jahren, hier gibt es einen Verein mit zahlreichen Fahrern. Das könnte auch für Stemwede eine gute Sache sein. Es braucht aber Menschen, die dahinterstehen. Es ist ein Verein nötig, jemand, der den Vorsitz übernimmt, und Fahrer müssen eingeworben werden. In einem ersten Schritt hatte die Verwaltung über die örtliche Presse nach Personen gesucht, die bereit sind, einen Bürgerbus zu fahren. Das Ergebnis war ernüchternd. Fünf Interessensbekundungen seien eingegangen, informierte jetzt Jörg Bartel im Ausschuss für Bildung, Generationen, Sport und Kultur. "Die Zahl liegt unter allen Erwartungen", erklärte der Fachbereichsleiter. "Wir haben geworben noch und nöcher." Er fürchte fast, es gebe keinen Bedarf und kein Interesse. Egal ob feste Linie oder bedarfsorientiertes Anrufsystem, bei beiden Varianten braucht es 20 bis 25 ehrenamtliche Fahrer. Mitbringen müssen sie neben dem Willen zum ehrenamtlichen Engagement eine Fahrerlaubnis der Klasse B, einen Fahrgastbeförderungsschein, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Gesundheitszeugnis. Das sehe er sehe ganz anders, konterte Wilhelm Riesmeier (SPD). Der Bedarf sei da und das Interesse auch. "Wir müssen was tun", forderte er gleiches Engagement wie für das Zwar-Netzwerk. "Zwar" steht für "zwischen Arbeit und Ruhestand". Dahinter verbergen sich soziale Netzwerke für Menschen ab 55. So ein Netzwerk gibt es seit kurzem auch in Stemwede. Es ist mit Unterstützung der Verwaltung erfolgversprechend angelaufen. Für Riesmeier ist der weitere Ablauf klar: "Die Gemeinde lädt zu einer Infoveranstaltung, dann gründet sich ein Verein und dann finden sich auch Fahrer." Brigitte Höger-Allhorn (CDU) hat Zweifel. "Mit einer Info-Veranstaltung erreichen wir nicht viel." Sie regt an, das Thema noch einmal im Zwar-Netzwerk anzusprechen. Das sei dort bereits Thema gewesen, berichtet Brigitte Bollmeier. Jedoch hätten auch dort nur ein bis zwei Menschen gesagt, sie wären bereit, einen Bürgerbus zu fahren. "Wir müssen vielleicht einfach feststellen, dass der Bedarf nicht da ist", merkt Andreas Weingärtner (CDU) an. Er habe nicht so viele Stimmen gehört, die Hurra gerufen hätten. "Wir sollten den Schritt mit der Info-Veranstaltung wagen", vertritt Jürgen Lückermann (FWG). "Wenn sich dann ein Verein gründet ist das gut, sonst begraben wir das." Jörg Bartel hält es für eine bessere Lösung "wenn die Akteure, die sich kümmern, was ich sehr beachtenswert finde, zusammen einen Verein gründen." Die Gemeinde müsse vorangehen, bleibt Wilhelm Riesmeier bei seiner Meinung. "Der Anstoß muss kommen." Letztendlich verständigten sich die Politiker darauf, eine Informationsveranstaltung zum Bürgerbus anzubieten. Die Verwaltung wird dazu per Pressemitteilung einladen.

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