Fröhliche Frauenpower: An den von ihnen aus Textilbeton gestalteten Nanas haben die Kursteilnehmerinnen von Judite Weitekamp (5. v. l.) viel Spaß. Das freut auch Friedhelm und Doris Köster (3. v. l.) vom Betonwerk Haevescher. - © Foto: Sonja Rohlfing||
Fröhliche Frauenpower: An den von ihnen aus Textilbeton gestalteten Nanas haben die Kursteilnehmerinnen von Judite Weitekamp (5. v. l.) viel Spaß. Das freut auch Friedhelm und Doris Köster (3. v. l.) vom Betonwerk Haevescher. | © Foto: Sonja Rohlfing||

Stemwede Sinnlich, üppig und bunt: Frauen gestalten Nanas nach berühmtem Vorbild

Besondere Skulpturen: Frauen aus dem Lübbecker Land formen Nanas aus Beton. In Jutta Wasels Naturgarten werden die Werke erstmals ausgestellt

Sonja Rohlfing

Stemwede-Oppendorf/Niedermehnen. Sie sind sinnlich, üppig, bunt und strahlen Lebensfreude aus - die Nanas, die Frauenskulpturen der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Von der fantasievollen Bildhauerin ließen sich jetzt auch die Teilnehmerinnen im Kurs der Volkshochschule Lübbecker Land bei Judite Weitekamp in Oppendorf inspirieren. Aus Textilbeton gestalteten die Frauen eigene, individuelle Plastiken in der Bildersprache der Pop Art. Ausgestellt werden ihre Werke demnächst in Niedermehnen. Niki de Saint Phalle schuf Mitte der 1960er Jahre die ersten der üppigen und kunterbunten Nanas, die heute in vielen Städten zu sehen sind und die die Französin international bekannt machten. Mit den abstrahierten, verspielten, fröhlich-bunten, meist tanzenden und oft überlebensgroßen Figuren mit sehr weiblichen Formen setzte sich die Künstlerin auf ihre Weise mit der Rolle der Frau auseinander. »Ich wollte mal was Verrücktes ausprobieren« Die Haldemerin Judite Weitekamp hat die Nana-Figuren vor noch nicht allzu langer Zeit für sich entdeckt. Zum Landartfestival 2017 hat die gebürtige Lettin, die seit rund zehn Jahren in Deutschland lebt, ihre ersten Nanas gestaltet. "Das war für mich auch neu. In Lettland sind die Figuren nicht so bekannt." Das plastische Gestalten mit Beton hat es der Frau, die in ihrer baltischen Heimat Kunst studiert und jahrelang als Kunst- und Handarbeitslehrerin gearbeitet hat, allerdings schon seit einigen Jahren besonders angetan. Zunächst wird die Grundform aus Draht modelliert. Darauf kommt eine Textilglasfasermatte, eine Art Vlies, darüber in dünnen Schichten Beton. Die Nanas können mit bunten Betonfarben oder, nach dem Austrocknen der Figur, mit Acrylfarben bemalt werden. "Mich hat interessiert, wie sie aufgebaut sind und hergestellt werden", erklärt Astrid Griepenstroh aus Varl und freut sich, dass es mit einer Kursteilnahme diesmal geklappt hat. Ihren letzten Kursus hat ihr Schwiegervater übernommen, weil sie verhindert war. "Und der war glücklich und zufrieden. Jetzt bin ich dran", strahlt die Varlerin. Für Jutta Wiehe aus Lübbecke ist es bereits der dritte Kurs Betongestaltung. "Aber es ist die erste Nana. Ich war neugierig und wollte sehen, ob ich das kann." Das Gestalten mit Beton hat auch Sonja Kindermann gereizt. "Ich finde es super interessant und super kreativ", betont die Lübbeckerin. "Es ist mal was anderes, was Größeres", sagt Ulla Heuer aus Rahden. Die Nanas stehen für Lebenskraft, Weiblichkeit, aber auch für freie Gestaltung ohne Hemmungen und Konventionen. "Ich wollte mal was Verrücktes ausprobieren." Zu sehen sind die Werke zur Sommersonnenwende, die in Lettland und dem gesamten Baltikum wie in Skandinavien mit dem Mittsommerfest gefeiert wird, erstmals im Naturgarten Jutta Wasels? in Niedermehnen am Sonntag, 24. Juni. Veranstaltet wird die Ausstellung in Kooperation mit der Dorfgemeinschaft Niedermehnen. Im Naturgarten werden rund 30 Nanas aus verschiedenen Kursen Judite Weitekamps gezeigt. Ein lettischer Chor mit Sängerinnen und Sängern aus Münster und aus Bremen wird die Vernissage im grünen Freiluft-Atelier musikalisch begleiten. Der Naturgarten in Niedermehnen ist am 24. Juni von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

realisiert durch evolver group